Digital Life
10.03.2013

Universität Paderborn entwickelt P2P-Facebook

Im Rahmen der CeBIT haben deutsche Forscher diese Woche ein P2P-Framework präsentiert, das soziale Netzwerke sicherer machen soll. Dabei werden Daten nicht mehr in die Hände großer Firmen gelegt, sondern dezentral bei den Mitgliedern abgelegt.

Ein Team - hauptsächlich von Mitgliedern der Universität Paderborn - rund um Kalman Graffi, Juniorprofessor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, hat eine Alternative zu derzeit populären sozialen Netzwerken wie Facebook entwickelt. Dabei wurde ein Peer-to-Peer-Framework für Social Networks geschaffen, wie Heise berichtet, sodass die User ihre Daten nicht mehr in die Hände eines Konzerns legen müssen, sondern diese auf ihrer eigenen Hardware speichern können. Der grundlegende Vorteil sei, dass die Nutzer mehr Kontrolle hätten und die Daten somit sicherer verwahrt seien. Es gebe keine unerwarteten Änderungen von Nutzungsbedingungen und auch der Anreiz, Daten heimlich an Dritte weiterzuverkaufen, entfalle laut den Forschern.

Weiters wird sichergestellt, dass Informationen auch wirklich nur jenen zugänglich sind, für die sie bestimmt waren. Man könne die Oberflächen so konzipieren, dass es nicht zu versehentlichen Sichtbarmachungen für die falschen Personen komme. Alle Daten werden verschlüsselt und signiert.

Einsatz in Unternehmen und NGOs
Die konkrete Anwendung des dezentralen Ansatzes ist wohl vielfältig. Graffi denkt dabei aber gar nicht so sehr an private Nutzung, sondern in erster Linie an einen Einsatz in Unternehmen, im öffentlichen Dienst oder auch bei NGOs. Dank dem P2P-Prinzip wären keine großen Investitionen in Server nötig, sondern es könenn die dezentral Ressourcen genutzt werden. So könne man das P2P-Netzwerk zur Zusammenarbeit für Schulungen oder für Arbeitsgruppen nutzen, deren Mitglieder sich über die ganze Welt verstreuen.

Generell wolle man die Technologie allen zur Verfügung stellen, unabhängig davon, ob jemand nur ein kleines Netzwerk mit seinen Freunden oder aber ein zweites Facebook aufbauen will, heißt es. Die Entwicklung von Plug-ins und Apps soll ebenso ermöglicht werden. Im Moment ist das P2P-Framework allerdings noch nicht aufrufbar, eine Betaversion soll aber demnächst starten.

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