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Marketing
03/13/2012

USA: Obdachlose als WLAN-Hotspots

Anstatt Zeitungen zu verkaufen, boten während der SXSW Obdachlose mobiles Internet gegen Spenden an. Die Aktion sorgt derzeit für rege Diskussionen in den USA. Die verantwortliche Werbeagentur hat allerdings bereits Erfahrung mit derartigen Aktionen.

Eine ungewöhnliche Marketingkampagne der US-amerikanischen Werbeagentur BBH Labs im Rahmen des Festivals SXSW sorgt derzeit für rege Diskussionen in den USA. In der Aktion "Homeless Hotspots" wurden Obdachlose mit Mobilen Hotspots ausgestattet, die gegen eine Spende mobiles Internet bereitstellen. Die Aktion entstand in Zusammenarbeit mit der Non-Profit-Organisation Front Steps Shelter, die Unterkünfte für Obdachlose anbietet. Die Teilnehmer von "Homeless Hotspots bekamen T-Shirts, auf denen neben dem Namen eine Telefonnummer stand, an der man eine Spende für den Zugriff auf den Hotspot schicken konnte.

Pay as you Wish
Empfohlen wurde ein Betrag von zwei US-Dollar für 15 Minuten Zugang, allerdings war die Spende frei wählbar und der Zugang blieb deutlich länger gültig. Die Spende ging, unabhängig davon ob sie bar ist oder per PayPal erfolgte, direkt an den obdachlosen Hotspot-Besitzer. Die Aktion war zwar auf die SXSW beschränkt, die Betreiber hoffen aber, damit irgendwann den Straßenverkauf von Zeitungen und Zeitschriften ersetzen zu können. "Wir glauben, dass Obdachlose deutliche mehr mit derartigen Diensten verdienen können als mit dem Zeitungsverkauf", meint Saneel Radia von BBH Labs.

Underheard in New York
"Homeless Hotspots" war nicht die erste Marketingaktion von BBH Labs im Zusammenhang mit Obdachlosen. Bereits 2009 konzipierte die Agentur "Underheard in New York", bei dem vier Obdachlose mit Smartphones und Twitter-Accounts ausgestattet wurden. Über die teilten sie ihre Lebensgeschichte und aktuelle Vorkommnisse mit der Twitter-Community. Dabei erregte vor allem Danny großes mediales Interesse, nachdem er dank der Kampagne sich nach unzähligen Jahren - vor laufender Kamera - wieder mit seiner Tochter versöhnen konnte. Mittlerweile ist eine Fortsetzung der Aktion im Fernsehen geplant, die vermutlich als Reality Show konzipiert ist.