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Urteil
02/22/2012

USA: Peinliche Facebookfotos kein Klagegrund

Im US-amerikanischen Bundesstaat Minnesota sorgte ein scheinbar harmloses Familienfoto für eine heftige Auseinandersetzung. Aaaron Olson wollte, dass sein Onkel Fotos aus seiner Kindheit auf Facebook löscht. Nachdem er sich weigerte, wollte Olson eine einstweilige Verfügung erwirken.

Peinliche Familienfotos mit beleidigenden Kommentaren sind offenbar kein Grund für eine einstweilige Verfügung. Das entschied nun zumindest eine Richterin im US-amerikanischen Bundesstaat Minnesota, die im Streit zwischen Aaron Olson aus der Kleinstadt Chisago City und seinem Onkel Randall LaBrie entscheiden musste. Olsons Onkel stellte einige Fotos von ihm auf sein Facebook-Profil, in dem er mit mehreren Familienmitgliedern vor einem Weihnachtsbaum posierte und schrieb offenbar beleidigende Kommentare darunter. Auch wenn LaBrie eigentlich nicht mit Olson auf Facebook befreundet war, taggte er einige Personen auf den Fotos - darunter auch Olson. So erfuhr er von den Fotos und kontaktierte LaBrie, dass er die Fotos löschen oder ihn darauf zumindest unkenntlich machen solle. LaBries Kommentar dürfte dann wohl die Situation zum Eskalieren gebracht haben, denn er antwortete ihm nur schnippisch, dass "er sich von Facebook fernhalten solle", wenn ihm die Bilder nicht gefallen würden.

"Keine Grundlage für Beleidigung"
Das war wohl die einzige "beleidigende" Äußerung, die Olson seinem Onkel nachweisen konnte. In seinem Antrag schrieb er von "einer Reihe von Kommentaren, die als verdeckte Drohungen gegen sein Leben aufgefasst werden könnten." Seine Äußerungen hätten sogar seine Handlungsfreiheit eingeschränkt, weswegen er eine einstweilige Verfügung für zwei Jahre erwirken wollte, laut der sich LaBrie mindestens 90 Meter von ihm, Olsens Haus und seinem Kind fernhalten müsse. Das erachtete dann die Richterin doch als zu drastisch, insbesondere da LaBrie zu diesem Zeitpunkt schon längst die Bilder von seinem Profil entfernt hatte. In ihrer Entscheidung schrieb die Richterin, dass "derart harmlose Familienfotos keine Grundlage für eine Beleidigung darstellen würden."

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