Digital Life
19.07.2018

USA wollen Katastrophenalarm über Netflix und Spotify verschicken

Im Notfall sollen auch Streaming-Anbieter durch Warndurchsagen unterbrochen werden können.

Ein neues Gesetz soll Streaming-Anbieter wie Netflix und Spotify dazu verpflichten, dass diese auch an das nationale Warnsystem angeschlossen werden. Wie im Fernsehen oder Radio könnten so laufende Übertragungen durch eine Warndurchsage unterbrochen werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde von den Senatoren der US-Bundesstaaten Hawaii und South Dakota eingereicht. 

Gemessen an der Verbreitung von Streaming-Diensten macht der Vorschlag durchaus Sinn. Netflix zählt weltweit mehr als 130 Millionen Abonnenten, davon allein 56 Millionen in den USA. Bereits im Vorjahr überholte man damit die Zahl der Kabel-TV-Abonnenten. 

 

Der „READI“ (Reliable Emergency Alert Distribution Improvement) getaufte Entwurf sieht aber auch andere Anpassungen vor. So soll es künftig nicht mehr möglich sein, dass Smartphone- und Handy-Nutzer den Empfang derartiger Warnungen unterbinden. Zudem soll das System überarbeitet werden, damit keinerlei Fehlalarme mehr stattfinden können und diese im Notfall protokolliert werden. 

Dieses Detail dürfte wohl vor allem Hawaii besonders wichtig sein. Der US-Bundesstaat versetzte Anfang Jänner seine Bewohner mit einem versehentlich verschickten Raketenalarm in Angst und Schrecken. Dabei soll es sich um einen Fehlalarm gehandelt haben, der durch ein veraltetes und unübersichtliches User Interface verursacht wurde. In Österreich kommt das KATWARN-System zum Einsatz, das per App, SMS oder E-Mail vor Notfällen warnen kann.