Digital Life
15.09.2013

Verbraucherschutz warnt vor Tariferhöhung bei Roamingende

Die geplante Abschaffung der Roaming-Gebühren für die Handynutzung im EU-Ausland könnte auch nach Ansicht von deutschen Verbraucherschützern zu höheren Tarifen führen.

Nachdem der Chef von T-Mobile Österreich diese Woche vor höheren Inlandstarifen als Resultat des Roaming-Wegfalls gewarnt hat, kritisieren nun auch Verbrauchschützer den Schritt der EU. „Unsere Sorge ist, dass die Konzerne sich dieses Geld wiederholen, indem sie einfach die nationalen Tarife anheben“, sagte der Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Gerd Billen, dem Spiegel zufolge. Die Telekommunikationsunternehmen sind gegen den Vorstoß der zuständigen EU-Kommissarin Neelie Kroes. Schließlich würde er sie rund 1,6 Milliarden Euro kosten, wie das Magazin weiter schreibt. „Sollte Kroes ihre Pläne durchkriegen, müssen die Regulierungsbehörden die Preisentwicklung am deutschen Handymarkt sehr genau beobachten“, forderte Billen und fügt hinzu: „Sonst zahlen die Verbraucher am Ende das Gleiche - es wird nur anders verpackt.“

Das EU-Vorhaben

Die EU-Kommission will die Gebühren-Aufschläge für die Handynutzung im EU-Ausland bis Juli 2016 abschaffen. Die Brüsseler Behörde veröffentlichte die Pläne am vergangenen Mittwoch. Demnach sollen Telekomfirmen freiwillig auf die Roaming-Gebühren für SMS, Handytelefonate und Internetnutzung verzichten. Tun sie das nicht, müssten sie ihren Kunden unkompliziert die Nutzung von Anbietern vor Ort ermöglichen. Für eingehende Anrufe beim Auslandsaufenthalt sollen die Extrakosten bereits ab Juli 2014 wegfallen. Die Vorschläge benötigen die Zustimmung des Europaparlaments und der 28 EU-Staaten.