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Digital Life
06/01/2019

Verwirrung um angebliche Pleite von Raumfahrtunternehmen

Das Unternehmen, das das größte Flugzeug der Welt baut, steht laut Reuters vor dem Aus. Doch Stratolaunch dementiert.

Das private Raumfahrtunternehmen Stratolaunch steht laut Reuters vor dem Aus. Das Unternehmen, das im April mit dem größten Flugzeug der Welt Schlagzeilen machte, hat laut vier mit der Situation vertrauten Personen den Betrieb eingestellt. Eine Sprecherin des Unternehmens dementierte jedoch den Bericht und sagte, man sei weiterhin in Betrieb.

Trotz der widersprüchlichen Aussagen liegt jedoch die Vermutung nahe, dass das Unternehmen ein jähes Ende finden könnte. Stratolaunch wurde stark von Microsoft-Mitgründer Paul Allen finanziert, der vergangenen Oktober verstarb. Allen begleitete das Projekt von Beginn an. Sein Investment wurde mit dem vieler anderer Milliardäre, wie Elon Musk (SpaceX), Jeff Bezos (Blue Origin) und Richard Branson (Virgin Galactic), verglichen, die ebenso großes Interesse an der privaten Raumfahrt haben.

Raketenstarts aus der Luft

Bereits im Jänner, wenige Monate nach Allens Tod, gab es erste Sparmaßnahmen. Die Raketenentwicklung wurde eingestellt, stattdessen konzentrierte man sich auf das gewaltige Trägerflugzeug, das eine Flügelspannweite von 117 Metern hat. Mit diesem können Raketenstarts aus 10.000 Meter Höhe durchgeführt werden, in der Mitte ist Platz für bis zu 227 Tonnen schwere Trägerraketen. Derartige Starts in der Luft könnten zahlreiche Unsicherheitsfaktoren, wie das Wetter, umgehen und die Kosten erheblich senken. Bislang nahm Stratolaunch aber nur einfache Testflüge vor, ein Raketenstart für den Rüstungskonzern Northrop-Grumman wäre für 2020 geplant gewesen.

Daraus wird wohl nichts mehr. Laut dem Bericht von Reuters wurde das Aus bereits im Vorjahr beschlossen. Der Jungfernflug des größten Flugzeuges der Welt sei lediglich in Gedenken an Paul Allen erfolgt, weil das der Wunsch seiner Schwester Jody Allen war. Bis zuletzt wurde laut dem Bericht nach einem Käufer gesucht, Erfolg hatte man damit offenbar nicht. Bereits im April, als der Testflug erfolgte, beschäftigte Stratolaunch nur mehr 21 Mitarbeiter - im Dezember waren es noch 77.