Digital Life
05.10.2010

Virtuelle Güter sind echtes Geld wert

Der Handel mit virtuellen Gütern boomt und soll im kommenden Jahr in den USA auf 2,1 Milliarden Dollar ansteigen.

Der Handel mit virtuellen Gütern wird laut Inside Network auch in den kommenden Jahren boomen. Weltweit brachte der Handel mit virtuellen Gütern fünf Milliarden Dollar, davon allein in den USA 1,6 Milliarden ein. Im kommenden Jahr sollen diese Einnahmen in den USA auf 2,1 Milliarden ansteigen.

Unter virtuellen Gütern werden Dinge verstanden, die man online für Spiele wie FarmVille oder MafiaWars, zur Verzierung des eigenen Accounts oder als Geschenk für einen Facebook-Kontakt ersteht. Diese Güter existieren nur in virtuellen Welten, bezahlt wird jedoch mit realem Geld. Im vergangenen Jahr lukrierte etwa Facebook mit diesem Geschäftszweig 835 Millionen Dollar.

Virtuelle Güter werden in erster Linie von den drei amerikanischen Start-Ups Zynga, Playfish und Playdom verkauft. Während sich virtuelle Güter in Asien schon seit langem großer Beliebtheit erfreuen, hat sich der Trend in den USA zunächst nur langsam verbreitet. Anfangs waren es in erster Linie Fans von Computerspielen, die in bessere Ausrüstung ihrer Spielfiguren oder ähnliches investierten. Durch das Aufkommen diverser Spiele in sozialen Netzwerken wie Facebook erlebte der Handel mit virtuellen Gütern in immer mehr Ländern eine Hochblüte. So versuchen derzeit etwa 18 Millionen aktive Spieler des Facebookspiels //Restaurant City//, das von Playfish entwickelt wurde, ihr eigenes Cafe zu managen. Die rund 62 Millionen virtuellen Bauern des Spiels //FarmVille//, das aus dem Hause Zynga stammt, versuchen wiederum Felder zu bewirtschaften und Gemüse zu ernten. Ein Großteil dieser Spieler ist gewillt, für einen schnelleren und größeren Erfolg in diesen virtuellen Welten echtes Geld zu bezahlen.

Zynga gab erst vor kurzem bekannt, dass ein nicht unerheblicher Teil seiner Einkünfte aus dem Handel mit virtuellen Währungen und Gütern stammt. Kein Wunder also, dass auch andere Firmen an dem aufstrebenden Wirtschaftszweig beteiligt sein wollen. Electronic Arts war im vergangenen Herbst gewillt 400 Millionen für Playfish zu bezahlen und Disney kaufte Playdom heuer um 750 Millionen. Facebook versucht derzeit Spieleentwickler dazu zu animieren, dass sie für den Handel mit virtuellen Gütern Credits, Facebooks virtuelle Währung, verwenden. Denn auch für das größte soziale Netzwerk hat sich der Verkauf von virtuellen Gütern bereits zu einem rentablen Geschäftszweig entwickelt. Der Handel mit den Credits macht rund 30 Prozent aller Transaktionen aus.

(Irene Olorode)