VoIP-Dienst Vox.io will Skype ausstechen

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VoIP-Dienst Vox.io will Skype ausstechen
01/20/2012

VoIP-Dienst Vox.io will Skype ausstechen

In Ljubljana (Laibach) entsteht derzeit ein Web-Dienst, der die Internettelefonie neu erfinden könnte. Das Team um Vox.io-Gründer Tomaž Štolfa will VoIP in die Welt des Social Web bringen und mit frischen Ideen die ausgetretenen Pfade der Branche verlassen.

von Jakob Steinschaden

"VoIP ist eigentlich ein langweiliges Thema, weil wir bei Diensten hängengeblieben sind, die vor zehn Jahren in einem komplett anderen Ökosystem gebaut wurden. Es gab kein YouTube, kein Facebook, kein Twitter, kein LinkedIn. Diese Services haben ein komplett anderes Web geschaffen, und wir glauben, dass man noch viele Innovationen beim Echtzeit-Internet einführen kann.” Wenn der Slowene Tomaž Štolfa, Gründer und CEO des Start-ups Vox.io, über VoIP spricht, wird ein eigentlich altes Thema mit neuem Leben erfüllt. Denn sein Team und er bauen seit August 2010 im slowenischen Ljubljana (Laibach) an einem Konkurrenten für Skype, Jajah oder Toolani, der dem Social Web gerecht werden soll.Wegwerf-Links für Einmal-AnrufeVox.io unterscheidet sich in mehreren Punkten von anderen VoIP-Anbietern wie Skype: Erstens muss der Nutzer keine eigene Software am Computer installieren, alles läuft auf einer Webseite im Browser (für das iPhone gibt es eine App). Zweitens bietet Vox.io verlinkbare Nutzer-Profile (z.B. vox.io/tomaz), die man in E-Mail-Signaturen kopieren oder auf Visitenkarten abdrucken kann, anstatt eine Handynummer angeben zu müssen. Und drittens - und vielleicht am interessantesten - bietet der Web-Dienst so genannte Vox.me-Links: Diese Links, die nur einmal funktionieren, kann man einem Gesprächspartner schicken und sich von diesem anrufen lassen, ohne dass dieser einen Vox.io-Account anlegen muss. PreiskampfWeiters gibt es auch die Möglichkeit, Gruppengespräche mit bis zu fünf Teilnehmern durchzuführen, SMS zu versenden oder ausländische Telefonnummern anzurufen. "Eine SMS, egal wohin, kostet 50 Cent”, so Štolfa. "Anrufe in die USA etwa kosten einen Cent pro Minute. Aber eigentlich wollen wir nicht in einen Preiskampf mit der Konkurrenz einsteigen.” Eine Preisliste gibt Aufschluss, was Anrufe in den verschiedensten Ländern der Welt derzeit kosten. Vox.io geht es aber viel mehr darum, auf Basis eines guten Nutzererlebnisses - die ansprechend und übersichtliche Webseite wird dabei wohl helfen - eine zahlungswillige Kundschaft anzulocken. Wichtig bei der Nutzung ist zu wissen, dass Vox.io nicht für Notrufe verwendet werden kann und als VoIP-Anwendung viel Datenverkehr auf Computer bzw. Smartphone verursachen kann.Online-Inhalte integrieren"Unsere Vision von Echtzeitkommunikation unterscheidet sich stark von jener traditioneller VoIP-App-Anbieter, weil wir vor allem die Power des Web in die Konversationen bringen wollen”, so Štolfa. So könnte man künftig etwa Online-Inhalte auf der Webseite abbilden, über die auch das Gespräch läuft, etwa ein YouTube-Video, eine Slideshare-Präsentation oder Flickr-Fotos - also viele Inhalte, über die man sich mit dem Gegenüber privat oder geschäftlich unterhalten möchte. Außerdem wolle man auch auf externen Webseiten andocken - ein Anruf-Button, der in Webseiten integriert werden kann, ist da naheliegend.Bereits Übernahmekandidat?Nach einem Sieg beim Mini Seedcamp in London und einem dreimonatigen Aufenthalt in San Francisco hat sich Vox.io in Branchenkreisen herumgesprochen. Techcrunch bezeichnet das Start-up aktuell als die möglicherweise nächste Web-Sensation Europas, Insider bezeichnen die kleine Internet-Firma mit derzeit acht Mitarbeitern bereits euphorisch als Übernahme-Kandidat für Google. Štolfa dementiert: "Wir habe derzeit keine Ambitionen, an Google zu verkaufen.”

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