Digital Life
03.09.2012

Vorwürfe zur Kinderarbeit in Samsung-Fabriken

Angaben der US-Nichtregierungsorganisation "China Labor Watch" zufolge sollen Minderjährige von ihren Schulen dazu gezwungen werden, in chinesischen Fabriken zu arbeiten, um an ihre Abschlusszeugnisse zu kommen. Das berichtet der "Der Spiegel".

Der südkoreanische Elektronikhersteller Samsung soll in China Kinder in seinen Fabriken arbeiten lassen. Diese schweren Vorwürfe erhebt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf unveröffentlichte Unterlagen von "China Labor Watch", die erst Mitte der Woche veröffentlicht werden sollen.

In diesem Bericht prangern die Aktivisten von "China Labor Watch" etliche Missstände in sechs firmeneigenen Samsung-Fabriken an, unter anderem "gefährliche Arbeitsbedingungen", "ungültige Arbeitsverträge" und viel zu hohe Überstundenzahlen. In drei der untersuchten Fabriken soll Kinderarbeit weitverbreitet sein.

"Die teils unter 16 Jahre alten Schüler werden dabei angeblich von den Lehrern zur Fabrikarbeit gezwungen, weil sie sonst keine Abschlusszeugnisse erhalten. Die Verträge würden dabei direkt zwischen Schule und Fabrikbetreibern ausgehandelt, die Schulen bekämen im Gegenzug eine Kickback-Zahlung", heißt es in dem Bericht.

Samsung will Situation analysieren
Samsung will die schweren Vorwürfe nun prüfen. "Wir messen uns an den höchsten Standards bei den Arbeitsbedingungen. Wir haben Kenntnis von dem Bericht von China Labor Watch und analysieren die Situation vollständig", hieß es gegenüber dem "Spiegel".

Samsung stand bereits in der Vergangenheit im Visier von Umweltorganisationen und zwar als es in Fabriken vermehrt zu Krebserkrankungen bei Arbeitern gekommen war. Der Konzern bestritt damals, dass in den Fabriken Blutkrebs erregende Stoffe bei der Produktion verwendet werden. Im Jänner 2012 wurde Samsung der Negativpreis "Public Eye People`s Award" für die schlechten Arbeitsbedingungen in deren Fabriken verliehen.

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