Digital Life
20.01.2017

Wie der Twitter-Account des US-Präsidenten übergeben wird

Neben den Agenden des US-Präsidenten müssen auch dessen Social-Media-Auftritte übergeben werden. Ob Trump den offiziellen POTUS-Account auch übernimmt, ist aber unklar.

Bei jedem anderen Präsidenten wäre es wohl eine Kleinigkeit. Doch wenn es darum geht, die Social-Media-Accounts des Weißen Hauses an Donald Trump zu übergeben, geht die Obama-Regierung lieber auf Nummer sicher. Das Weiße Haus veröffentlichte bereits Ende Oktober einen Leitfaden, der diese Übergangsphase erklärt. So erfolgt die Übergabe im Rahmen der Inauguration und folgt auf allen Plattformen dem gleichen Schema.

Zunächst werden alle bisher veröffentlichten Beiträge gelöscht und auf einem anderen Account archiviert. So sind beispielsweise künftig alle Tweets von Präsident Obama im Account @POTUS44 zu finden. Auch Obama-Beiträge auf Facebook (facebook.com/ObamaWhiteHouse) und Instagram (instagram.com/ObamaWhiteHouse) sind künftig auf anderen Accounts zu finden.

Neustart mit altem Namen

So soll sichergestellt werden, dass die neue Regierung mit einem „unbeschriebenen Blatt“ beginnen können, die Inhalte aber weiterhin auf ihren ursprünglichen Plattformen zu finden sind. Lediglich von Snapchat (Nutzername WhiteHouse), bei dem Stories nach spätestens 24 Stunden verschwinden, wird es wohl kein Archiv geben. Die Inhalte werden zusätzlich zu diesen Maßnahmen auch im US-Nationalarchiv (NARA) abgelegt.

Neben den Social-Media-Auftritten wird auch die Website der Obama-Regierung archiviert. An ihre Stelle tritt eine neue Website der Trump-Regierung. Unklar ist, ob auch die rund 470.000 Petitionen der alten Seite aktiv bleiben. Die entsprechenden Tools wurden aber an die Verantwortlichen der Trump-Regierung übergeben, so das Weiße Haus.

Trump will die Accounts nicht haben

Die alten Inhalte sollen auch einfach als ZIP-Archiv zum Download bereit stehen – falls man sich auch offline an die Obama-Jahre erinnern möchte. Die Daten sollen aber auch Nutzern bereitgestellt werden, die „Interesse daran haben, etwas für die Öffentlichkeit zu bauen“, das „für die nächsten Jahre nützlich und verfügbar ist“.

Ob Trump auch den offiziellen Twitter-Account @POTUS nutzen wird, ist unklar. So deutete Trump bereits in der Vergangenheit an, dass er künftig weiter unter seinem Konto @realDonaldTrump twittern wolle. Er zählt derzeit knapp 20,5 Millionen Follower, der @POTUS-Account kann 13,7 Millionen Follower vorweisen. Sicher ist jedoch, dass seine Ehefrau Melania Trump künftig den Twitter-Account @FLOTUS (First Lady of the United States) steuern wird, wie sie gegenüber Vanity Fair bestätigte.