Digital Life
15.03.2017

Wie ein falscher Kinderporno-Verdacht ein Leben zerstörte

Weil die Polizei bei einer IP-Adresse eine Ziffer zuviel speicherte, wurde ein Schwarzer in Großbritannien unschuldig verdächtigt. Dieser leidet Jahre danach an dem Irrtum.

Der Polizei-Fehler habe sein Leben ruiniert, erzählt Nigel Lang Buzzfeed. Im Juli 2011 bekam der 44-jährige Besuch von der Polizei. Ein Mann und zwei Frauen standen vor der Tür und wollten die Rechner beschlagnahmen. Der Vorwurf: Verdacht auf den Besitz von Kinderpornografie.

Der 44-jährige erzählt Buzzfeed, wie sehr der Verdacht, der aufgrund eines Tippfehlers entstanden war, in Folge sein Leben negativ beeinträchtigt habe. Ein Polizeibeamter hatte eine einzelne Ziffer zu viel eingegeben, und die Kollegen über seine IP-Adresse zu seiner Haustür geführt. Obwohl er 60.000 Pfund Entschädigung bekommen habe, sei sein Leben komplett zerstört, so Lang.

Hausdurchsuchung

Nicht nur die Verhaftung blieb im in Erinnerung, sondern auch der Tag, an dem sein Haus durchsucht wurde. Zu dem Zeitpunkt hatte er einen kleinen Sohn, den er mehrere Wochen nicht besuchen durfte. Während der Verdacht gegen ihn aufrecht war, durfte er ihn nicht sehen. „Mein Kind wurde zu dem Zeitpunkt im Spital behandelt, ich durfte es nicht besuchen, ich konnte es nicht sehen und musste meine Frau alleine lassen. Das war für mich einfach herzzerbrechend.“

Drei Monate lang lebte er bei seiner 74-jährigen Mutter, der er schonend beibringen musste, was für ein Verdacht gegen ihn vorlag. Von seinem Job als Berater von drogenabhängigen Jugendlichen wurde er ebenfalls suspendiert. Auch nachdem seine Unschuld bewiesen war verfolgte ihn der Verdacht noch lange weiter.

Diskriminierungsvorwurf

Lang war sich zudem sicher, dass die Polizei ihm nicht glaubte, dass er unschuldig sei, weil er schwarz ist. „Ich habe hart gearbeitet, um das zu erreichen, was ich erreicht hatte. Als Schwarzer muss ich zweimal so hart arbeiten wie andere. Aber wenn etwas passiert und es nicht deine Schuld ist...“ Lang hat jetzt – sechs Jahre später - keinen Job mehr. Auch seine Frau, die kurz danach aufgrund des Stresses krank wurde, nicht. „Der falsche Verdacht hat mein Leben zerstört.“