Wie man sich gegen Spam-SMS wehrt

© APA - Austria Presse Agentur

Digital Life

Wie wehrt man sich gegen Spam-SMS?

Spam-SMS mit Inhalten wie „Ihr Paket wurde verschict. Bitte uberprufen und akleptieren Sie es“ oder "Ihr Paket kommt an, verfolgen Sie es hier" tauchen derzeit immer häufiger auf. Laut RTR trafen allein am Pfingstwochenende mehr als 16.000 Beschwerden zu solchen SMS ein. Während die Rechtschreibfehler der ersten Variante schnell stutzig machen, könnte man auf den Text der zweiten hereinfallen.

Klickt man den Link, wird man meist zum Herunterladen einer App aufgefordert. Dabei handelt es sich dann um einen Trojaner. So können Angreifer*innen Zugangsdaten, etwa Passwörter für das Online-Banking, erbeuten. Die futurezone erklärt, was man gegen solche SMS tun kann.

Woran erkennt man Spam-SMS?

Enthält eine SMS einen Web-Link, sollte man immer stutzig werden. Hat der Text Rechtschreibfehler, ist das ein eindeutiges Indiz für Spam. Dann sollte die Telefonnummer, von der die SMS gesendet wurde, kontrolliert werden. Auf Webseiten wie wemgehört.at und rufnummernmissbrauch.at (RTR) gibt es oft Erfahrungsberichte oder Warnungen zu bekannten Nummern.

Betrüger*innen geben sich meist als vermeintlich seriöse Unternehmen, zB. Banken oder Paketzusteller, aus. Damit versuchen sie, das Vertrauen der Nutzer*innen zu gewinnen, um sie zu unbedachten Schritten zu verleiten. In der Regel verschicken weder Banken noch Paketzusteller SMS mit Links. Im Zweifelsfall sollte man den vermeintlichen Absender über offizielle Kontaktmöglichkeiten fragen, ob die SMS tatsächlich von ihm stammt. Dabei sollte man aber nicht die Nummer anrufen, von der die SMS gesendet wurde.

Es kann vorkommen, dass die SMS von einer Nummer aus dem eigenen Telefonbuch stammt. Das passiert, wenn das Handy der Person infiziert wurde und automatisch SMS an alle im Adressbuch gespeicherten Nummern versendet. Auch hier sollte man sich erkundigen, ob die SMS wirklich von dieser Person stammt.

Was kann ich tun, wenn ich eine Spam-SMS erhalten habe?

Über Meldestellen wie der RTR kann man die Nummer als potenziell gefährlich melden. Damit hilft man auch dabei, andere auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Zudem sollte man sie in der Nachrichten-App als Spam markieren und blockieren.

Unter Android ist das folgendermaßen möglich: 

  • SMS öffnen und das Dreipunkte-Menü oben rechts antippen
  • "Details" > "Blockieren und als Spam melden" > "Spam melden"
  • Mit OK bestätigen. Das geht auch ohne das Blockieren des jeweiligen Kontakts.

Auf einem iPhone funktioniert das ähnlich: 

  • Konversation öffnen und auf die Nummer tippen
  • Auf den Info-Button "i" tippen 
  • "Anrufer blockieren" auswählen 

Hat man diese Schritte erledigt, sollte man die SMS löschen

Spam-SMS auf dem iPhone blockieren

Theoretisch ist es möglich, gegen Telefon-Betrüger*innen Anzeige zu erstatten. Wie das geht, erklären etwa die RTR und Watchlist Internet auf ihren Webseiten. Die Anzeige wird beim Fernmeldebüro eingereicht. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass der Aufwand meist zu keinem Ergebnis führt. Laut RTR sei es schwierig, Täter*innen zu ermitteln: "Eine Anzeige wird daher eher keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Fortdauer des Missbrauchs der Telefonnummer der Betroffenen haben."

Kann ich das Empfangen von Spam-SMS verhindern?

Das muss leider mit Nein beantwortet werden - aber es gibt Hilfsmittel, um sich besser vor Betrug zu schützen. Meldet man die Nachrichten, hilft es, einer weiteren Verbreitung entgegenzuwirken. Googles "Messenger"-App, über die Android-Smartphones standardmäßig SMS empfangen, hat einen eingebauten Spamschutz.

Diesen aktiviert man über das Dreipunktemenü > "Einstellungen" > "Spamschutz". Dann werden empfangene SMS über Machine Learning nach Mustern typischer Spam-SMS durchsucht. Betroffene Nachrichten werden dann in den Spam-Ordner verschoben. Laut Google werden dabei keine persönlichen Daten oder Nachrichteninhalte weitergeleitet.

Google liefert einen eignen Spamschutz mit

Die Mobilfunker A1, Magenta und Drei bieten kostenpflichtige Schutzprogramme an. Mit A1 Net Protect (1,90 Euro/Monat), Magenta Internetschutz (1,90 Euro/Monat) und Drei Internetschutz (1,50 Euro/Monat) versprechen sie, vor Schadsoftware zu schützen. Hier werden statt den SMS selbst die jeweiligen Webseiten blockiert, zu denen die Links führen. So kann man auch keine Trojaner herunterladen.

Wer ein iPhone hat, fängt sich nicht so leicht einen Trojaner ein. Das geschlossene System von Apple erlaubt es nicht, Software aus anderen Quellen als dem App Store zu installieren. Die dort zugelassenen Apps erfüllen die Qualitätskriterien von Apple. Trotzdem sollte man kritisch bleiben und SMS melden, um schneller darauf aufmerksam zu machen, dass Betrugs-SMS im Umlauf sind.

Frag die futurezone

In der Rubrik „Frag die futurezone“ recherchieren und beantworten wir ausgewählte Fragen zu Tech-Themen für euch.

Stellen könnt ihr sie entweder hier in den Kommentaren – das hat den Vorteil, dass sich auch andere Nutzer mit Tipps zu Wort melden können - oder mit einer E-Mail an die Adresse redaktion@futurezone.at - Betreff: “Frag die futurezone”.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Franziska Bechtold

frau_grete

Liebt virtuelle Spielewelten, Gadgets, Wissenschaft und den Weltraum. Solange sie nicht selbst ins Weltall kann, flüchtet sie eben in Science Fiction.

mehr lesen Franziska Bechtold

Kommentare