Digital Life
20.11.2013

Wikimedia geht gegen Werbung in Online-Enzyklopädie vor

Die Betreiber der Wikipedia machen Ernst im Kampf gegen bezahlte Einträge. Die Wikimedia-Stiftung leitet rechtliche Schritte gegen Wiki-PR ein und erteilt Hausverbot.

Wiki-PR hat über ein Netzwerk von verschiedenen Nutzer-Accounts Änderungen an Wikipedia-Artikeln vorgenommen und mit entsprechenden Versprechen versucht, neue Kunden zu gewinnen, wie US-Medien recherchiert haben. Das Unternehmen weist die Anschuldigungen zwar zurück, überzeugt die Wikimedia-Stiftung, die das Online-Nachschlagewerk betreibt, aber nicht, wie heise berichtet. Ende Oktober wurde Wiki-PR deshalb von der Wikipedia-Plattform ausgeschlossen. Zudem fordert die Wikipedia-Community, dass das Unternehmen sämtliche Accounts, die es für PR-Zwecke verwendet hat, offenlegen soll. Die Wikimedia-Stiftung unterstützt dieses Begehren.

WikiPR behauptet, seine Kunden lediglich gegen Bezahlung bei der Erstellung korrekter Wikipedia-Einträge zu unterstützen. Das ist laut den Statuten der Enzyklopädie aber ebenfalls verboten, wie in dem Abmahnungs-Schreiben, das die Wikimedia-Anwälte an WikiPR geschickt haben, dargelegt wird. Ob sich das Hausverbot für das Unternehmen wirklich durchsetzen lässt, ist fraglich. Die offene Struktur der Wikipedia erschwert solche Sanktionen enorm. So können PR-Unternehmen freiberufliche Autoren beschäftigen, die für sie Änderungen von ihren privaten Computern aus vornehmen. Laut Wikimedia wirbt WikiPR auch nach wie vor mit dem Versprechen positiver Einträge.