Digital Life
14.10.2015

Wolford bastelt an biologisch abbaubarem BH

Der vorarlberger Wäscheproduzent Wolford will einen vollständig kompostierbaren BH entwickeln. Wissenschaftler stellen unterdessen das BH-Tragen generell in Frage.

Der Damen-BH zählt zu den kompliziertesten Wäschestücken und weist Komponenten aus einer Vielzahl von Materialien auf. Dennoch will das Unternehmen Wolford einen BH entwickeln, der vollständig biologisch abbaubar ist. Alle Komponenten, die aus der Erde kommen, sollen am Ende wieder zu Erde werden, lautet der Grundsatz der "cradle to cradle"-Philosophie, der Wolford folgen will.

Wie ORF Vorarlberg berichtet, müssen nun 13 Zulieferer auf die neue Strategie eingestellt werden. Sie dürfen in Zukunft nur Chemikalien und Rohstoffe verwenden, die zu hundert Prozent kompostierbar sind. In einem Jahr soll der erste biologisch abbaubare BH auf den Markt kommen. Bis dahin will Wolford die Verträglichkeit der Idee mit Erwartungen der Kundschaft abklären.

Weniger Stützgewebe durch BHs

Aus wissenschaftlicher Sicht wird unterdessen das BH-Tragen generell in Frage gestellt, berichtet IFL Science. An der Universität von Besancon in Frankreich wurde eine Studie vorgestellt, die über den Zeitraum von 15 Jahren durchgeführt wurde. Dabei erkannten Wissenschaftler, dass BHs das zunehmende Hängen der Brüste im Alter nicht verhindern - im Gegenteil. Durch die künstliche Unterstützung entwickelte sich weniger Stützgewebe an der Brust.

Frauen, die während der Untersuchung keine BHs trugen, wiesen eine durchschnittlich um sieben Millimeter erhöhte Position der Brustwarzen auf als BH-Trägerinnen. Dennoch warnen die Forscher davor, generelle Schlüsse aus ihren Resultaten zu ziehen. Weitere Untersuchungen seien notwendig, um die Effekte von BHs genauer zu verstehen. Die Untersuchungsgruppe bestand im Übrigen aus Frauen zwischen 18 und 35 Jahren.