Digital Life
12.06.2017

Wordpress schließt Büro, weil Mitarbeiter daheim bleiben

Automattic, die Firma hinter WordPress.com, hat ein 1400-Quadratmeter-Büro in San Francisco geschlossen, weil deren Entwickler lieber von Zuhause aus arbeiten.

Automattic, die Firma hinter WordPress.com, hat ihr knapp 1400 Quadratmeter großes Büro in San Francisco geschlossen, weil die Mitarbeiter des Unternehmens lieber zuhause bleiben. CEO Matt Mullenweg gab das bereits im Februar beim Stack-Overflow-Podcast bekannt. Demnach würden meist rund fünf von insgesamt 550 Mitarbeitern das Büro nutzen. „Das sind fast 300 Quadratmeter pro Mitarbeiter“, so Mullenweg. Das Unternehmen verlangt jedoch keine Anwesenheit, das Büro war ohnedies stets als optionaler Co-Working-Space vorgesehen.

Nun erwies sich jedoch die Miete aufgrund der zu geringen Nutzung als zu hoch. Die Mitarbeiter nehmen das Angebot des Unternehmens, von zu Hause aus zu arbeiten, offenbar gerne in Anspruch. Ähnlich sind auch die Niederlassungen in Kapstadt und Portland konzipiert. Wenn Mitarbeiter beispielsweise lieber in einem Coworking-Space arbeiten wollen, bezahlt Automattic bis zu 250 US-Dollar pro Monat dazu.

Debatte um Homeoffice

Zuletzt verlor das Homeoffice-Konzept jedoch einige prominente Befürworter. 2013 beorderte Marissa Mayer beispielsweise die Yahoo-Mitarbeiter zurück in das Büro. Man könne nur dann die beste Arbeit abliefern, wenn man „Seite an Seite“ arbeite, so Mayer. Ähnlich sieht es offenbar auch IBM, das kürzlich tausenden US-Mitarbeiter Homeoffice untersagte, da das Arbeiten „Schulter an Schulter“ die Kreativität beflügeln würde.

Auch in Österreich gibt es einige prominente Beispiele, vorrangig im Videospiel-Bereich. So setzen sowohl „Ori and the Blind Forest“-Entwickler Moon Studios und die Tiroler Stillalive Studios („Son of Nor“) auf Homeoffice, die Mitarbeiter sind meist in aller Welt verstreut und per Text-, Sprach- oder Videochat miteinander vernetzt. Das birgt aber auch Risiken, wie das Software-Unternehmen Elastic feststellen musste. Denn Konflikte können bei dieser Kommunikationsform deutlich schneller eskalieren. Deswegen dränge man Mitarbeiter zu Videochat-Gesprächen, wenn eine Situation einen kritischen Zustand erreicht.