Games
03/27/2015

Battlefield Hardline: Guter Cop, böser Cop, feiger Cop

Battlefield Hardline hat gute Ansätze und Ambitionen, traut sich aber schlussendlich nicht aus den Fußstapfen der Serie herauszutreten.

Mit Battlefield Hardline (PS4, PS3, PC, Xbox One, Xbox360, ab 55 Euro) liefert Electronic Arts ein Spin-off der beliebten First-Person-Shooter-Reihe. In Hardline geht es nicht um Soldaten und globale Konflikte, sondern um Cops und Gangster. Die futurezone hat die PS4-Version des Spiels getestet.

a (24).jpg

a (23).jpg

a (21).jpg

a (22).jpg

a (15).jpg

a (17).jpg

a (18).jpg

a (13).jpg

a (19).jpg

a (16).jpg

a (14).jpg

a (11).jpg

a (12).jpg

a (20).jpg

a (5).jpg

a (8).jpg

a (10).jpg

a (6).jpg

a (9).jpg

a (1).jpg

a (2).jpg

a (7).jpg

a (3).jpg

a (4).jpg

Guter Cop

Für ein Game der Battlefield-Reihe ist der Einzelspieler-Part überraschend stark ausgeprägt. Man schlüpft in die Rolle eines neuen Detectives, der in Miami gegen Drogendealer vorgehen soll. Es gibt eine typische Cop-Verschwörungs-Film-Handlung, inklusive ordentlicher deutscher Synchronstimmen.

Die Missionen sind eine Mischung aus Stealth und Action. Wurde man vom Gegner noch nicht entdeckt, kann man die Marke zeigen. Der Gegner nimmt die Hände hoch, man nähert sich und legt ihm Handschellen an. Dies ist mit bis zu drei Feinden gleichzeitig möglich, wenn man sie im Visier behält. Hält sie beim Annähern nicht mit der Pistole in Schach, greifen sie nach ihrer fallengelassenen Waffe und eröffnen das Feuer.

Die Schießereien sind intensiv, da sie oft in engen Räumen mit reichlich zerstörbaren Objekten stattfinden. Störend ist dabei, dass einige Gegner den Spieler durch die zerstörbaren Wände sehen und ihn zielsicher durch diese hindurch beschießen.

Anfangs ist man noch spärlich bewaffnet, hat nicht allzu viel Munition und ist schon nach zwei bis drei Treffern außer Gefecht. Für Verhaftungen und das Finden von Beweisen (ein lästiges Minispiel, bei dem man mit einen Scanner die Gegend absucht) gibt es Punkte, mit denen neue Waffen, Gadgets und Zubehör für Waffen freigeschaltet werden. Halbherzig ist, dass es keine Strafe gibt wenn man nicht schleicht und Verbrechern einfach in den Rücken schießt, anstatt sie festzunehmen.

Wer schleichend spielt, wird schon einige Levels vor dem Ende des Spiels die maximalen Punkte erreicht haben – ab da bringt es gar nichts mehr Gangster festzunehmen. Das ist aber nicht besonders tragisch, da gegen Ende des Spiels die Levels ohnehin fast nur noch auf schießen ausgelegt sind – hier verfällt Hardline in alte Battlefield-Muster.

Die Kampagne ist, je nach Spielstil, in sieben bis neun Stunden erledigt – im futurezone-Test waren es 7:40 Stunden. Die Levels sind abwechslungsreich, Innenbereiche sind optisch ansprechend, im Freien und weitläufige Außenareale wirken ein wenig langweilig.

Böser Cop

Im Multiplayer-Modus gibt es keine Verhaftungen. Polizisten und Räuber gehen gleichermaßen gewalttätig vor, erschießen, verbrennen, sprengen und überrollen sich. Abgesehen davon, dass militärisches Gerät wie Panzer und Kampfjets fehlen, werden sich Battlefield-Spieler im Multiplayer-Modus von Hardline schnell zurecht finden.

Es gibt vier Klassen, die im Grunde die bekannten Rollen Medic, Supporter, Mechaniker und Sniper repräsentieren. Während des Spielens erhält man Punkte und Geld. Mit Geld werden Waffen gekauft, mit den Punkten erhöht sich das Level. Neue Level schalten zB. Slots für Klassen-Loadouts frei.

In Battlepacks, die man im Einzelspieler- und Multiplayer-Modus freispielen oder mit dem im Multiplayer-Modus erspielten Geld kaufen kann, findet man Booster. Booster erhöhen zum Beispiel für eine bestimmte Zeit mit einer bestimmten Klasse die gewonnen Erfahrungspunkte. Stellt man sich geschickt an, in dem man etwa den Mechaniker boostet und nur Mehrspieler-Karten spielt, bei denen es viel zu reparieren gibt, kann man in relativ wenig Zeit große Level-Fortschritte machen. Hier muss Electronic Arts eventuell noch beim Balancing nachbessern.

Abgesehen davon ist der Multiplayer-Modus technisch sehr stabil. Im Tests wurde immer sofort ein Spiel gefunden, egal für welche Multiplayer-Spielart. Verbindungsabbrüche gab es nicht, nur selten kann es zu spürbaren Lags.

Feiger Cop

Bei den verschiedenen Multiplayer-Modi ist Electronic Arts zu vorsichtig gewesen. Mit Conquest und Team Deathmatch sind die klassischen Battlefield-Modi vorhanden. Bei Überfall müssen Pakete geholt und zu einem Punkt gebracht werden. Taktisches Vorgehen ist hier nicht wirklich nötig. Auch bei Blood Money klingt die Beschreibung besser als dann das eigentliche Gameplay ist. Die Cops sollen einen Safe beschützen, die Gangster müssen ihn aufbrechen und das Geld stehlen. Der Safe geht nach ein paar Sekunden auf, danach ist es nur noch ein chaotisches Capture the Flag. Hier hätte Electronic Arts Mut beweisen und sich mehr auf das Räuber-und-Gendarme-Szenario einlassen müssen.

Immerhin gibt es zwei Modi, die herausstechen. Fadenkreuz ist ein Modus ohne Respawn, bei dem ein Spieler die Rolle des VIPs übernimmt und zum Fluchtpunkt eskortiert werden muss. Das Highlight von Battlefield Hardline ist Hotwire. Hier werden statt fixer Punkte Fahrzeuge erobert. Ist man im Fahrzeug, muss man möglichst lange darin herumfahren, während das andere Team versucht den Wagen zu zerstören.

Neben normalen Autos gibt es auch Lieferwägen und Lkw. Teammitglieder können direkt in den Fahrzeugen respawnen. Mechaniker können die Fahrzeuge reparieren, andere Spieler aus dem Auto schießen und sich aus dem Fenster lehnen, um Verfolger unter Beschuss zu nehmen.

Im Fuhrpark befinden sich auch noch Motorräder und ein Hubschrauber pro Team. In den Maps sind noch starke Waffen an bestimmten Punkten positioniert, wie etwa ein Raketenwerfer oder Maschinengewehr. Damit lassen sich die Autos deutlich schneller zerstören. Mit normalen Schusswaffen kommt man nämlich nicht weit und das Snipen des Fahrers durch die Windschutzscheibe ist nicht möglich.

Fazit

Der Einzelspieler-Modus von Battlefield Hardline ist eine positive Überraschung, auch wenn er zum Ende hin zuviel Battlefield und zu wenig Hardline ist. Der Multiplayer-Modus ist etwas enttäuschend. Die Verfolgungsjagden in Hotwire machen Spaß und sind mal was anderes. Die anderen Modi sind zu generisch und machen nicht Gebrauch vom Cop-vs-Gangster-Szenario.

Wer zur Zeit ohnehin noch begeistert Battlefield 4 spielt, kann Hardline überspringen. Hat man Battlefield 4 ausgelassen und kann sich nicht mit dem futuristischen Szenario von Call of Duty: Advanced Warfare anfreunden, ist Hardline eine gute Möglichkeit sich wieder in einem Multiplayer-Shooter zu verbeißen.