Meinung
16.12.2014

HoT heizt Mobilfunkern ein

2014 war das Jahr der Handy-Tariferhöhungen. Mit HoT steigt ein Betreiber in den Ring, der Kunden gut tun wird, weil Mobilfunker im Sinne der Konsumenten reagieren müssen.

Viele Jahre galt Österreich als Mobilfunk-Schlaraffenland. Um Kampf um Kunden war den Betreibern fast jedes Werbe- und PR-Mittel recht. Man erfand neue Tarife, lockte mit Dumpingpreisen und gab bei Neu-Anmeldungen und Vertragsverlängerungen die besten Handys und später Smartphones kostenlos oder zumindest sehr günstig drauf. Als der Markt gesättigt war, setzte bei den Betreibern das große Jammern ein. Während die Lebenserhaltungskosten nach oben kletterten, würden die Umsätze bei den Mobilfunkern in den Keller rasseln.

Verservicepauschaliert

Dann kam das große Umdenken. Eine Servicepauschale wurde eingeführt, um sich so von Millionen Kunden quasi von hinten herum Zusatzeinnahmen zu verschaffen. Günstige Tarife erhielt man nur noch nach Abschluss von Verträgen mit Mindestvertragsdauer von zwei Jahren. Die Kunden mussten auch Tarif-Erhöhungen schlucken und neue Smartphones wurden so gut wie gar nicht mehr gestützt, sondern quasi – trotz Vertragsverlängerung – zum Fast-Voll-Preis angeboten; was auch etwas Gutes hatte, denn endlich schätzten Kunden wieder den Wert von technischen Geräten, die ja als Beigabe völlig ihren Wert verloren hatten.

Es wird wieder heiß

HoT dürfte nun wieder Bewegung in die heimische Mobilfunklandschaft bringen. Es wird zwar kein „Aufmischen“, aber HoT setzt Akzente, die Auswirkungen haben werden. Es wird auf die Servicepauschale verzichtet, auf eine Vertragsbindung und man garantiert fixe Preise. Dass nicht verbrauchtes Guthaben zurückbezahlt wird, ist auch etwas völlig Neues. Und dass das HoT-Daten-Angebot auch noch mit einer Geschwindigkeit von 21 Mbit/Sekunde lockt – das erfreut viele, die für ihr Tablet einen kostengünstigen Surf-Tarif suchen. Hofer ist da ein exzellentes Produkt gelungen und hat mit Ventocom auch den passenden Partner; steht hinter Ventocom der ehemalige Orange-Chef Michael Krammer, der als einer der besten Mobilfunkstrategen des Landes gilt.

Zwei Fliegen auf einen Schlag

Freilich ist HoT Teil einer geschickten Marketing-Strategie von Hofer, weil damit auch gleich die eigene Supermarkt-Kette beworben und Kunden zum Besuch der Filialen gebracht werden, aber alle Verkaufsargumente für HoT sind Punkte, die an der Preispolitik der Konkurrenz nicht vorübergehen werden. A1, T-Mobile, Drei, UPC & Co. werden reagieren müssen.

Vor allem bob und Yesss, die im Vergleich zu HoT als klarer Verlierer dastehen, geraten stark unter Druck, denn im Schnitt um ein Drittel teurer zu sein wie der Mitbewerber, das lässt sich mit keinem Argument rechtfertigen. Selbst wenn Yesss mit Rewe einen gewaltigen Vertriebspartner hat – 2000 Bipa-, Billa- und Rewe-Filialen in ganz Österreich – für das HoT-Angebot werden Kunden gerne ein paar Straßen weiterfahren oder online ordern.

Kundenansturm

Einziges Problem: HoT, das ja das Netz von T-Mobile benutzt, könnte so viele Kunden bekommen, dass das T-Mobile-Netz zu schwächeln beginnt. Und wie sich ein Daten-überlastetes Netz verhält, wissen Drei-Kunden ganz genau.