Meinung
29.10.2015

LTE hat die Karten neu gemischt

Der futurezone Netztest steht heuer ganz im Zeichen des Ausbaus des neuen Mobilfunkstandards LTE. Spannend wird es aber auch in Zukunft bleiben.

Vor einigen Jahren wurden Mobilfunknetze daran gemessen, wie gut die Sprachqualität ist. In Zeiten des mobilen Internets sind Kunden vor allem daran interessiert, wie schnell das Netz ist, wie rasch sich Webseiten aufbauen, wie zügig Daten empfangen und verschickt werden können und wie gut Streaming funktioniert. Daher haben wir uns beim dritten futurezone-Netztest ausschließlich auf Datendienste beschränkt, bei der Sprachqualität liegen die heimischen Netze ohnehin dicht beieinander. A1 ging dabei als Sieger hervor, zum dritten Mal in Folge. Aber den vermutlich besten Job der Betreiber hat in den vergangenen zwölf Monaten das Team von Drei gemacht. Im Vorjahr noch weit abgeschlagener Dritter hätte Drei heuer beinahe den Sieg eingefahren. A1 wird die Spitzenposition nur dann halten können, wenn die Einsparungsmaßnahmen des neuen Managements nicht auch die Technik betreffen. Profitabel zu sein ist den neuen Eigentümern wichtiger, als Erster zu sein.

Für T-Mobile kam der Test heuer zur falschen Zeit, da man sich derzeit mitten in der LTE-Ausbau-Phase befindet. Man kann davon ausgehen, dass T-Mobile den Rückstand aufholen wird. Drei wiederum will Technologie- und auch Marktführer werden und bekommt von der Hutchison-Zentrale in Hongkong Rückhalt. Das Match bleibt jedenfalls spannend und ist gut für die Kunden – wir bekommen schnelle mobile Datennetze. Hoffentlich ohne Tariferhöhungen.

2013 wurde erstmals ein futurezone-Netztest durchgeführt – es sollte der strengste, härteste, umfassendste und auch objektivste Test der Branche werden. Und der ist es auch. Bei uns kann sich nicht mit „Testmessungen“, wie es andere Netztester tun, einkaufen. Bei uns erfahren die Betreiber erst mit heutigem Tag, wie gut ihre Netze im Vergleich zu den anderen abschneiden.