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Österreich 2050

Wie innovieren Spitzen-Unternehmen in 37 Jahren?

Der globale wirtschaftliche Wettbewerb wird immer härter und nimmt dabei an Dynamik zu. Weltweit kämpfen Unternehmen darum, ihre Zukunft zu sichern. Europa hat nicht die besten Karten, weiterhin eine herausragende Rolle zu spielen. Die stetige Weiterentwicklung der Schwellenländer in vielen Bereichen sowie deren immenser Zuwachs an technologischem Know-How führen in Zusammenhang mit teilweise umfangreichen Rohstoffressourcen und niedrigen Lohnkosten sowie atemberaubenden Bildungsanstrengungen zu rasant steigender Wettbewerbsfähigkeit.

Innovation ist die Lösung

Die allerorts gepredigte Lösung zur Sicherung des europäischen Wirtschaftsstandortes lautet „Innovation“, doch Innovationskraft kann man nicht von heute auf morgen erlangen oder verordnen. Viele heute erfolgreiche Unternehmen haben bereits vor Jahren damit begonnen, eine intelligente Innovationsstrategie zu entwickeln, einen Innovationsprozess aufzusetzen und auszurollen, die Innovationskultur zu fördern und die notwendigen Partnerschaften zu pflegen. Österreich besitzt aktuell in vielen Branchen hohe Konkurrenzfähigkeit, umfangreiches Wissen und wertvolle Erfahrungen. Um weiterhin den entscheidenden Schritt voraus zu sein, müssen sich unsere Spitzenunternehmen proaktiv auf die zukünftig noch viel größeren Herausforderungen vorbereiten.

Welche Trends werden die Rahmenbedingungen für Innovationen in Unternehmen in der Zukunft prägen?

Das Unternehmen der Zukunft

Eine wichtige Entwicklung ist die globale Ausbreitung großer Konzerne. Dies gilt nicht nur für die Produktion, sondern auch für die Forschung und Entwicklung, die weltweilt auf mehrere Standorte verteilt sein wird.

Unternehmen der Zukunft werden sich in einem globalen wirtschaftlichen Umfeld bewegen, in denen sich die Randbedingungen und Parameter immer schneller ändern. Grenzen zwischen Branchen verschwimmen zusehends. Absatzmärkte verschieben sich weltweit, und die Dauer der Markttauglichkeit aktueller Produkte verkürzt sich stetig.

Weiters wird die rasante Weiterentwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien sämtliche Bereiche von Unternehmen, von der Produktentwicklung bis zur Produktion und Distribution, durchdringen und teilweise revolutionieren.

Ein weiterer wichtiger Trend ist ressourcenschonendes und energieeffizientes Wirken von Unternehmen der Zukunft, was speziell in der EU ein an Wichtigkeit signifikant zunehmendes Thema sein wird.

Wie können Unternehmen auf die geänderten Rahmenbedingungen am besten reagieren? Wie könnte der Innovationsprozess der Zukunft aussehen?

Strategische Kooperationen

Erfolgreiche internationale Unternehmen finden sich im Jahr 2050 in einer intelligenten und stark vernetzten Wertschöpfungskette wieder, die gemeinsam Innovationsanstrengungen umsetzt. Eine Öffnung des Innovationsprozesses wird nicht nur kundenseitig stattfinden, sondern führt zu strategischen Kooperationen zwischen Lieferanten, OEMs und Kunden. Dazu müssen Unternehmen eine Balance zwischen der Weitergabe von Wissen in strategisch sinnvollen Kooperationen einerseits und dem Schutz von überlebenswichtigem Know-How andererseits finden.

Die Unternehmen der Zukunft konkurrieren in einem stark bewegten Umfeld, werden sich daher ständig weiterentwickeln und immer wieder neu erfinden. Neue Produkte, neue Märkte und neue Geschäftsmodelle werden in kürzester Zeit erschlossen und generiert. Eine systematische und regelmäßige Vorausschau nach neuen Technologien, Produkten, Mitbewerbern und Marktveränderungen unterstützt das Erkennen von zukünftigen Chancen oder Bedrohungen. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bei bestmöglicher Nutzung eigener Stärken und Kernkompetenzen werden zu Schlüsselfaktoren für die Gewinner der Zukunft.

Ideen sind der Rohstoff der Zukunft

Der wichtigste immaterielle Rohstoff der Zukunft sind erfolgversprechende Ideen, die aus vielen verschiedenen Quellen stammen können. Diese systematisch zu generieren, zu sammeln und in den Innovationsprozess einzuschleusen stellt eine wichtige Basis für erfolgreiche Innovationen dar.

Der zukünftige Innovationsprozess bildet die Grundlage für die effiziente Zusammenarbeit von internationalen, interdisziplinär besetzten und erfahrenen Teams, einer strategisch erfahrenen und entscheidungsstarken Governance sowie einer flexiblen und intelligenten Produktion, und hilft durch eine geschickte Fokussierung der Projektlandschaft die Ressourcen des Unternehmens auf wenige, dafür essentielle und strategisch erfolgversprechende Aktivitäten auszurichten.

Weltweites Know-How

Internationale und interdisziplinäre Teams treiben rund um die Uhr Innovationsprojekte voran, und greifen dabei geschickt auf das weltweite Know-How und die Infrastruktur innerhalb und außerhalb des Konzerns zu. Um die kommenden Herausforderungen meistern zu können, müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter durch umfassende Ausbildung und zugeschnittene regelmäßige Trainings für die zukünftigen Anforderungen qualifizieren. Die Mitarbeiter im Jahr 2050 bewegen sich in einem flexiblen Arbeitsumfeld, das sich neben wechselnden Einsatzorten auch durch wechselnde Rollen, Ansprechpartner und Projektaufgaben auszeichnet.

Nach seinem Studium der Technischen Physik an der Johannes Kepler Universität Linz ist Peter Schwab 1993 in den Voesalpine Konzern eingetreten, wo er seit 2002 Forschungschef ist und für 137 Millionen Euro Budget, 53 Forschungsstandorte weltweit und rund 700 Mitarbeiter verantwortlich ist. Schwab ist Mitglied bei verschiedenen Gremien, unter anderem Vorstandsmitglied der EcoAustria – Institut für Wirtschaftsforschung und Mitglied des Universitätsrates der Montanuniversität Leoben.

Zwei Dutzend österreichischer Wissenschafter haben sich Gedanken gemacht, wie Österreich im Jahr 2050 aussehen könnte. Die Publikation „Österreich 2050" beleuchtet unsere Zukunft aus unterschiedlichen Blickwinkeln, von Bildung über Forschung bis Innovation. Das Buch „Österreich 2050" ist im Holzhausen-Verlag erschienen und kostet 17.30 Euro.

Anlässlich der Veröffentlichung des Buches verlosen wir zehn signierte Exemplare von "Österreich 2050" unter futurezone-Lesern. Einfach ein Mail mit dem Betreff "Österreich 2050" an redaktion@futurezone.at senden. Bis Ende Oktober wird wöchentlich ein Gewinner ausgelost.

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Peter Schwab

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