© dpa/Carsten Rehder

Steigende Mobilfunktarife
02/14/2014

Wir müssen zahlen – unserer Zukunft zuliebe

Es ist so sicher, wie täglich die Sonne aufgeht - nach A1 werden auch T-Mobile und Drei ihre Tarife erhöhen und zusätzliche Gebühren einheben (müssen).

Es wird nicht morgen passieren, aber übermorgen. Der Marktführer hat diese unpopulären Maßnahmen als erster gesetzt, die anderen werden nachziehen – auch wenn sie das derzeit noch dementieren. Hinter den Kulissen wird bereits emsig gerechnet, wo man diverse Hebel ansetzen könnte.

Die Tariferhöhungen werden oft mit der Netzfusion Orange-Drei argumentiert, schon damals befürchteten Konsumentenschützer Tariferhöhungen. Aber damit hat die derzeitige Kostenexplosion aber nur peripher was zu tun. Der eigentliche Grund sind zwei Entwicklungen – das rasante Wachstum der digitalen Welt und die Frequenzauktion im vergangenen Jahr.

Teure Frequenzen

Im Oktober 2013 wurden die alten Rundfunkfrequenzen, die durch die Digitalisierung des Rundfunks frei geworden sind, versteigert. Die Mobilfunker zahlten zwei Milliarden Euro dafür. Eine Unsumme genau genommen, denn 526 Millionen Euro hätten es werden sollen, 2,014 Milliarden sind es geworden. Verantwortlich dafür ist die Telekom-Regulierungsbehörde RTR mit ihrem Noch-Chef Georg Serentschy, der in Pension geht, der Branche aber weiterhin als EU-weiter Berater erhalten bleibt – wovon viele in der „Branche“ übrigens nicht begeistert sind.

Serentschy hat dem Staat durch eine nicht unumstrittene AuktionT-Mobile und auch Drei hatten Berufung eingelegt - zu zwei Milliarden Euro verholfen. Problem ist, dass diese Summe nicht zweckgewidmet verwendet wird. Maximal ein Viertel davon wird in den Netzausbau investiert, aber selbst das ist nach dem Bekanntwerden des Hypo-Desasters nicht sicher, da 19 Milliarden Euro im Raum stehen, die der Bund aufbringen wird müssen.

Mobilfunk nach wie vor günstig

Dass die Mobilfunkkosten steigen werden, war abzusehen. Österreich war lange eines der günstigsten Mobilfunkländer der Welt (ist es im übrigen noch immer). Vier Betreiber, und da sind die Prepaid- und Sub-Marken gar nicht einberechnet, haben einen regelrechten Kampf um den Kunden entstehen lassen, bei dem über Jahre der Konsument der eigentliche Gewinner war und für Kommunikation genau betrachtet zu wenig zahlen musste. Der Nebeneffekt war – den Konsumenten war wenig bewusst, was Kommunikation wert ist, was ein Handy und später Smartphone kostet.

Der Mobilfunkmarkt in Österreich war ein skurriler, denn während in anderen Bereichen wie Energie, Wohnen, Einkaufen die Preise stiegen – Beispiel Mieten, die sind seit 2000 um mehr als ein Drittel gestiegen -, sind die Mobilfunkpreise gesunken. Und das bei einer steigenden Kundenzahl, die – wir leben in der mobilen Informationsgesellschaft – die Netze und Technologien auch immer stärker und intensiver nutzen. Die Datenübertragungsmengen steigen stetig, weil wir mit mobilen Terminals, sei es Smartphones und Tablets, unterwegs sind und alle Annehmlichkeiten des mobilen Internet nutzen. Und diese Anforderungen an die Netze werden noch stärker steigen, weil das Internet of things, die Ära, in der Geräte untereinander und auch mit uns Menschen kommunizieren werden, ebenfalls auf eine Infrastruktur zurückgreifen wird müssen.

Preiserhöhungen logisch

Die Preiserhöhungen kommen also wenig überraschend, nein, sie sind sogar logisch, wenn man sich die Entwicklungen der vergangenen eineinhalb Jahre ansieht. Allerdings darf man nicht vergessen, wohin sich die Gesellschaft entwickelt hat – in eine digitale, in der das (mobile) Internet eine tragende Rolle spielt. Wir leben in einer vernetzten Welt die nur funktioniert, weil es eine entsprechende Infrastruktur gibt. Und diese muss nicht nur ausgebaut, sondern auch ständig aktualisiert werden. Die User beklagen sich als erstes, wenn das Mobilfunknetz nicht funktioniert, das veranschaulicht am besten Drei. Der Betreiber musste nach dem Orange-Kauf zwei Netze technisch zusammenlegen, und das war nicht trivial. Das Beispiel zeigt am deutlichsten, wie Konsumenten reagieren, funktioniert ein Netz nicht so, wie es funktioniert hat oder funktionieren sollte.

Investition in die Zukunft

Fakt ist, dass die heimischen Netze ausgebaut werden müssen, die Technologie auf den neuesten Stand gebracht werden muss, da Österreich sonst weiter an Boden verliert. Ich zahle lieber mehr für meinen Mobilfunkvertrag, das ist auch eine Investition in die Zukunft des Landes, weil das Land wieder wettbewerbsfähig wird.

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