myfuzo | Blog
17.08.2016

Jungbrunnen Gamescom

All das, was an der Gamescom so nervt, macht sie auch so großartig.

Es gibt so Tage, an denen fühlt man sich fürchterlich alt. Ich habe zwar erst 26 Jahre auf dem Buckel, doch die Gamescom schafft es immer wieder, dass ich mich wie ein Frühpensionist fühle. Das beginnt bereits beim Einsteigen in das Flugzeug, als zwei Teenies über ihre Lieblings-YouTuber diskutieren und mir die Hälfte der Namen nichts sagen. „Für Nachrichten schau ich sowieso nur LeFloid“, sagt einer der beiden, während er sein Longboard im Gepäckfach verstaut. Na das kann ja heiter werden.

So unverständlich sie für mich bei vielen Themen auch sein mögen, bei einem Punkt scheinen wir uns jedoch zu verstehen: Videospiele. Lautstark diskutieren sie darüber, welches Spiel sie als Erstes ausprobieren möchten und wo es sich lohnt, den halben Tag in der Warteschlange zu verbringen (für mich ganz klar: Breath of the Wild). Mir ging es vor zehn Jahren auf meiner ersten Games Convention, damals noch in Leipzig, nicht anders. Tags zuvor entwickelte ich einen Schlachtplan, ob ich zuerst Crysis (ich bin leider an der Ab-18-Einstufung gescheitert), Gothic 3 oder Battlefield 2142 anspielen soll und wie sich alles am Besten ausgehen könnte.

Erwachsener Stress

Heute, als Fachbesucher, sieht ein Besuch auf der Gamescom nicht viel anders aus. Statt Tage plane ich nun Wochen im Vorhinein, wie ich am besten von Termin zu Termin gelange und welche Spiele ich am liebsten ausprobieren möchte. Die Freude ist hier keinen Deut geringer als noch vor zehn Jahren, auch wenn man nicht ganz so locker und befreit durch die Hallen schlendern kann, wie man es noch als Jugendlicher getan hat.

Das mag aber auch an den schieren Massen liegen, die die Gamescom mittlerweile anzieht. Mehr als 500.000 Menschen werden in den nächsten fünf Tagen am Messegelände erwartet, deutlich mehr als noch vor zehn Jahren. Damals waren es noch 190.000 Menschen (auf knapp der Hälfte der heutigen Ausstellungsfläche). Eine Menschenmenge, die mich dennoch nachhaltig prägte und eigentlich derartigen Riesenmessen abschwören ließ.

Doch nach der verhältnismäßig ruhigen E3 ist die Gamescom eine erfrischende Abwechslung. Denn statt Brancheninsidern, Entwicklern und Händlern kommen hier Gamer zusammen, die einfach nur spielen wollen und alles dafür tun. Und irgendwie fühlt man sich da auch mit 26 wieder wie 16.

Disclaimer: Die Pressereise zur Gamescom wird vom Österreichischen Verband für Unterhaltungssoftware (ÖVUS) bezahlt.