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Datenschutz
07/16/2012

Acxiom: Handel mit 500 Mio. Konsumentendaten

Ein amerikanisches Unternehmen sammelt seit Jahren nahezu unbemerkt und völlig legal Gesundheits -und Finanzdaten von Bürgern. Diese sensiblen Daten werden an Höchstbietende verkauft.

Das amerikanische Unternehmen Acxiom Corporation sammelt mehr Daten als das FBI oder Facebook. Amerikanische Erwachsene dürfen sich sicher sein, dass das Unternehmen Informationen über ihr Alter, ihre Herkunft, ihr Gewicht und ihre Größe, ihren Beziehungsstatus, ihr Bildungslevel, ihren Lieblingspolitiker, ihre Träume und noch viel mehr gespeichert hat.

Den meisten Konsumenten ist  Acxiom unbekannt, doch wie die New York Times berichtet, hat das Unternehmen laut Analysten bereits die weltweit größte Geschäftsdatenbank an Konsumentendaten und will diese auch noch erweitern.

Die Server bearbeiten 50 Billionen Datenübertragungen pro Jahr. Dabei werden Informationen von über 500 Millionen aktiven Konsumenten weltweit zusammengeführt. Das entspricht 1500 Dateneinträge pro Person und betrifft somit die Mehrheit der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten.

Datensammlung legal
Das Sammeln und Analysieren der Daten ist laut Gesetz vollkommen legal, da diese in öffentlichen Registern verfügbar sind und aus Umfragen oder Gewinnspielen stammen. Große Unternehmen wie HSBC, Toyota, Ford und Kaufhäuser (Macy`s) zählen zu den Kunden von Acxiom.

Das Konzept des Unternehmens funktioniert. Im letzten Geschäftsjahr lag der Umsatz bei 1,13 Milliarden US-Dollar, der Gewinn bei 77,26 Millionen US-Dollar.

Transparenz gefordert
Julie Brill, ein Mitglied der Bundeshandelskomission spricht sich für mehr Transparenz der Datensammler gegenüber den Konsumenten aus: "Wenn jemand als Diabetiker oder als schwanger eingetragen wird, was passiert mit diesen Informationen und wo gehen sie hin?"

Die derzeitig gültigen Datenschutzgesetze sind laut Bundesbehörden nicht auf eine Industrie ausgelegt, die in großem Maße Informationen sammelt und verkauft.

Mitarbeiter verschwiegen
Mitarbeiter des Unternehmens sowie die Datenschutzbeauftragte von Acxiom, Jennifer Barrett Glasgow, zeigten sich gegenüber der New York Times verschwiegen und wollten keinen Kommentar abgeben.

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