Schwulsein gilt in Russland, dessen Präsident Wladimir Putin sich in Urlaubsvideos gerne mal mit nacktem Oberkörper zu Pferde zeigt oder im Ranger-Outfit die Tundra durchstreift, mindestens als Schwäche - oder noch schlimmer.

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Netzpolitik
05/04/2017

Angst vor russischer Wahlmanipulation in Deutschland

Der Verfassungsschutz kann noch nicht abschätzen, ob die russischen Führung bei Cyberangriffen entwendete Daten im Wahlkampf einsetzen wird.

Der deutsche Verfassungsschutz kann noch nicht abschätzen, ob Russland die 2015 bei einem Cyber-Angriff auf den Bundestag erbeuteten Daten zur Beeinflussung des deutschen Wahlkampfs eingesetzt werden. "Das ist auch eine politische Entscheidung", sagte Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen am Donnerstag in Potsdam. "Ich würde annehmen, eine solche Entscheidung wird dann auch im Kreml getroffen." Es müsse davon ausgegangen werden, dass bei der Attacke auf den Bundestag große Mengen von Daten gestohlen worden seien.

"Wir wissen nicht genau, was für Informationen abgeflossen sind, aber wir können uns natürlich vorstellen, dass unser Gegenüber die auch auswertet oder ausschlachtet auch für Desinformationskampagnen." Der Verfassungsschutz hatte bereits im Dezember angesichts massiver russischer Cyberattacken davor gewarnt, dass deutsche Politiker mit den erbeuteten Informationen im Wahlkampf unter Druck gesetzt werden könnten. Russland wird auch für den Cyberangriff auf die Demokratische Partei in den USA verantwortlich gemacht. Die dabei gestohlenen E-Mails wurden im US-Präsidentschaftswahlkampf auf WikiLeaks veröffentlicht.