"Scheiß Internet"-Preis für AnonAustria

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Netzaktivisten
09/29/2011

AnonAustria weist neuerlich auf Datenlecks hin

Um zu demonstrieren, wie fahrlässig mit Daten bei heimischen Behörden umgegangen wird, verbreitet AnonAustria aktuell über Twitter Links zu Dokumenten, die frei zugänglich auf Homepages liegen. Dabei handelt es sich abermals um Adress- und Personendaten, aber auch eMail-Korrespondenz ist für jedermann einsehbar.

Datenschützer haben angesichts der Datenlecks der vergangenen Tage bereits massive Kritik

. Jetzt bekommen sie abermals Munition von AnonAustria. Das Kollektiv hat wenige Stunden nach dem
über seinen Twitter-Account Links verbreitet, die auf frei zugängliche Dokumente im Netz verweisen. Dabei handelt es sich um einfache txt-Dateien, die ungeschützt auf Servern liegen. Mit dieser Aktion unterstreicht die Gruppe, dass man für Daten keinerlei Hacker-Kenntnisse braucht, vieles ist von vornherein frei zugänglich. Sie schreiben: „Namen, Adressen, Sozialversicherungsnummern, E-Mails, Logindaten, ... Das alles findet man durch eine einfache Suche bei Google.“

Innenministerium betroffen
Jene Informationen, die sich hinter den veröffentlichten Links befinden, sind allerdings nicht allzu brisant. So findet sich ein Verzeichnis von Ärzten, Krankenanstalten und Beratungsstellen inklusive Telefonnummer und Adresse, also nichts was man nicht auch in den Gelben Seiten findet. Pikant dabei ist nur ein Detail: Das ungeschützte Text-File liegt auf dem Server des Bundesministeriums für Inneres, im Bereich des Zentralen Melderegisters.

Weiters wurden Passwörter und Zugangsdaten für ein Programm gefunden, mit dem Schulärzte die Daten ihrer Schüler verwalten können. Hier tragen sie neben Stammdaten auch die Krankenakte ein. Letztere ist jedoch über das Datenleck nicht betroffen, man kann lediglich die Software und dessen Dokumentation laden. Der Besitz des Programms könnte die Verarbeitung von Daten jedoch erleichtern, falls man eine passende Datenbank frei im Netz findet.

Schließlich förderte AnonAustria noch kurzen eMail-Verkehr eines Ministeriumsbeamten aus 2008 zu Tage sowie Rohdaten einer Umfrage der Stadt Wien - letztere sind allerdings offiziell als Download freigegeben.

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