Netzpolitik
15.03.2013

Anonymous: Anklage gegen Reuters-Mitarbeiter

Ein Reuters-Mitarbeiter soll in seiner früheren Tätigkeit Login-Daten für die Server der Los Angeles Times an Anonymous-Mitglieder weitergegeben haben. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 25 Jahre Haft sowie Geldstrafen von bis zu 750.000 US-Dollar.

Die US-Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Matthew Keys, einem Social Media-Redakteur der Nachrichtenagentur Thomson Reuters, erhoben. Dieser soll in seiner früheren Tätigkeit als Mitarbeiter der TV-Station KTXL FOX 40 Anonymous-Mitgliedern Zugangsdaten für die Server des Mutterkonzerns Tribune gegeben haben.

Über diese erhielten sie Zugriff auf die Server der Los Angeles Times, die ebenfalls zum Tribune-Konzern gehört. Als Beweise gegen ihn werden vor allem Chatlogs ins Feld geführt, in denen er sich selbst als Tribune-Mitarbeiter bezeichnet und die Zugangsdaten freiwillig aushändigt. Er habe die Anonymous-Mitglieder sogar dazu aufgerufen, Veränderungen an der Webseite der Los Angeles Times vorzunehmen.

Entlassung möglich
Keys werden insgesamt drei verschiedene Straftaten vorgeworfen, die ihm im Falle einer Verurteilung bis zu 25 Jahre Haft sowie 750.000 US-Dollar Strafe einbrocken könnten. Die Vorwürfe gegen ihn wurden bereits im Buch "We Are Anonymous" von Parmy Olson thematisiert. Darin heißt es, er habe sich das Vertrauen der Anonymous-Anhänger sowie das Recht, "im Chat abzuhängen", mit Hilfe der Login-Daten erkauft.

Reuters wollte das Verhalten seines Mitarbeiters nicht kommentieren, verwies aber auf die sogenannten "Vertrauensprinzipien" des Unternehmens, die dem Unternehmen einen Grund für eine Entlassung geben würden.

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