© Stefano Rellandini, Reuters

Attacke
01/21/2012

Anonymous griff Website von Elysée-Palast an

Das Anonymous-Kollektiv hat die Racheaktionen für die Schließung des Online-Speicherdienstes Megaupload fortgesetzt und am Freitag auch die Website des französischen Präsidialamtes angegriffen.

Offenbar aus Rache für die Schließung des Online-Speicherdiensts Megaupload in den USA hat das Kollektiv Anonymous am Freitag die Website des französischen Präsidialamtes angegriffen. Am Ende der Adresszeile auf der Internetseite des Elysée-Palastes waren vorübergehend Sprüche zu lesen, etwa der Anonymous-Slogan "We Are Legion" ("Wir sind eine Heerschar"), wie auf Screenshots zu sehen war, die am Freitagabend im Internet kursierten. Auch andere Sprüche wie "Die lächerlichste Präsidentschaft der Geschichte" waren in englischer Sprache eingefügt.

Am Freitagabend war die Website wieder in ihrer normalen Fassung zu sehen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte in der Nacht auf Freitag die Schließung von Megaupload.com, eines der weltgrößten Online-Speicherdienste, durch die US-Behörden begrüßt. Das Vorgehen gegen Megaupload ist Teil des Kampfes gegen Urheberrechtsverletzungen im Netz

Auch US-Justizministerium attackiert
Anonymous hatte bereits kurz nach Bekanntwerden der Sperrung von Megaupload am Donnerstag in den USA Rache geübt: Die Netzaktivisten legten die Online-Auftritte des US-Justizministeriums, des Konzerns Universal Music sowie des Verbandes der US-Musikindustrie für mehrere Stunden lahm.

Die US-Behörden haben im Zusammenhang mit Megaupload den deutschen Internetunternehmer Kim Schmitz sowie zwei weitere Deutsche und einen Niederländer in Neuseeland verhaften lassen. Drei weitere Verdächtige, darunter ein weiterer Deutscher, sind flüchtig. Die sieben Angeklagten sollen im Netz Urheberrechtsverletzungen begünstigt haben, wodurch nach US-Behördenangaben ein Schaden von über einer halben Milliarde Dollar entstand.

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