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Wikileaks
08/19/2012

Assange: Ausreise nach Schweden denkbar

Im Ringen um die Ausreise von Wikileaks-Gründer Julian Assange aus Großbritannien scheint eine Lösung möglich zu sein. Die britische Zeitung „Sunday Times“ berichtete, Assange sei bereit nach Schweden auszureisen, wenn Stockholm ihm garantiere, ihn nicht an die USA auszuliefern.

Ein Sprecher der Enthüllungsplattform sagte der Nachrichtenagentur AFP, eine solche Garantie wäre „eine gute Ausgangsbasis“, um über eine Lösung des Streits zwischen Ecuador und Großbritannien zu verhandeln. Schweden müsse aber „ohne Einschränkung“ garantieren, dass Assange „niemals“ an die USA ausgeliefert werde, sagte Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson.

"Schon bisher gesprächsbereit"
Er verwies zugleich auf die Gesprächsbereitschaft Assanges gegenüber den schwedischen Behörden. Der 41-Jährige sei „seit fast zwei Jahren“ bereit, sich ihren Fragen zu stellen. Schweden habe habe seine Angebote, ihn persönlich in der ecuadorianischen Botschaft oder per Videoschalte zu befragen, bisher abgelehnt.

Assange werden in Schweden Sexualdelikte vorgeworfen, die er bestreitet. Gegen ihn läuft bisher noch kein Ermittlungsverfahren. Derzeit sitzt er in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Ecuador hat ihm zwar Asyl gewährt, Großbritannien droht jedoch, ihn beim Verlassen des Botschaftsgebäudes festzunehmen und nach Schweden auszuliefern. Assange fürchtet, anschließend an die USA ausgeliefert und dort wegen der Veröffentlichung brisanter Dokumente durch seine Enthüllungsplattform Wikileaks juristisch verfolgt zu werden.

Rede für Sonntag, 15:00 Uhr angekündigt
Am Sonntagnachmittag will sich Assange erstmals seit der Genehmigung seines Asylantrags öffentlich äußern. Er schrieb am Vormittag auf Twitter, er sei noch dabei, sich auf seine „öffentliche Rede“ vorzubereiten, als Termin wird 15 Uhr (MEZ) genannt. Einen Ort nannte er hingegen nicht. Wikileaks hatte am Donnerstag angekündigt, dass sich Assange „vor“ der Botschaft Ecuadors äußern wolle. Dort droht ihm jedoch die Festnahme. Sein Anwalt Baltasar Garzón hat für den Nachmittag ebenfalls eine Stellungnahme angekündigt.

Ecuador erhielt unterdessen Rückendeckung von anderen südamerikanischen Staaten. Venezuelas Präsident Hugo Chavez rief am Samstag zu Solidarität mit Ecuador auf. „Lateinamerika muss respektiert werden, unser Volk muss respektiert werden, aber nur gemeinsam können wir uns diesen Respekt verschaffen“, sagte Chavez.

Mutter glaubt an Ausreise
Trotz des Streits zwischen Großbritannien und Ecuador hat sich die Mutter Assanges zuversichtlich gezeigt, dass ihrem Sohn die Ausreise in das südamerikanische Land gelingt. Auf die Frage, ob sie es für realistisch halte, dass ihr Sohn es nach Ecuador schaffe, sagte Christine Assange am Sonntag dem australischen Sender ABC 24: „Ich denke, das ist sehr realistisch.“ Ihr Sohn habe „Milliarden“ Unterstützer in der ganzen Welt und erfahre Tag für Tag mehr Zuspruch. Die USA und ihre Verbündeten stünden dagegen allein da.

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