Netzpolitik
06/19/2013

Assange fürchtet Auslieferung in die USA

WikiLeaks-Gründer Julian Assange fürchtet ein Jahr nach seiner Flucht in die Botschaft von Ecuador in London weiterhin eine Auslieferung an die USA. Dort warte bereits eine versiegelte Anklageschrift auf ihn, sagte Assange am Mittwoch.

Selbst wenn die in Schweden gegen ihn vorliegenden Vorwürfe wegen sexuellen Straftaten fallengelassen würden, würde er die Botschaft aus Angst, sofort festgenommen und in die USA ausgeliefert zu werden, nicht verlassen, erklärte er. Die einzige Lösung könne sein, dass die britische Regierung ihm eine sichere Ausreise garantiere.

Der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks flüchtete sich vor einem Jahr in die ecuadorianische Botschaft in London, weil er nach Schweden ausgeliefert werden sollte. Dort soll er unter anderem zu Vergewaltigungs-Vorwürfen befragt werden. Assange betont aber immer wieder, dahinter verstecke sich nur die Absicht, ihn an die USA zu übergeben. Ecuador hat ihm politisches Asyl gewährt.

Auf WikiLeaks waren zahlreiche eigentlich geheime diplomatische Dokumente etwa über die Rolle der USA in den Kriegen im Irak und in Afghanistan veröffentlicht worden. Am Montag hatte sich der Außenminister Ecuadors, Ricardo Patiño, mit seinem britischen Kollegen William Hague getroffen, um eine Lösung für den Fall zu finden. Dabei aber gab es kaum Fortschritte.

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