Netzpolitik
27.06.2013

Auch Obama lässt US-Bürger im Netz überwachen

Unter Präsident George W. Bush hat die NSA begonnen, Metadaten über den E-Mail-Verkehr von US-Bürgern zu sammeln. Das Programm wurde 2011 eingestellt, anscheinend aber seither wieder aufgenommen.

Neben Protokollen über den E-Mail-Verkehr sammelt die NSA auch eine Reihe von anderen Metadaten über die Online-Kommunikation von US-Bürgern. Unter anderem sollen auch die IP-Protokolle gespeichert und ausgewertet werden. Das geht aus geheimen Dokumenten hervor, die dem britischen Guardian vorliegen. Demnach sammelt der US-Militärgeheimdienst seit mehr als zwei Jahren entsprechende Daten im großen Stil.

Mit den Informationen können detaillierte User-Profile erstellt werden. Verfassungsrechtliche Schutzmechanismen umgeht die NSA mit dem Hinweis darauf, dass keine Inhalte gesammelt würden. Gerade bei E-Mails ist die Trennlinie zwischen Metadaten und Inhalt oft unscharf.

Vor allem Kommunikationsvorgänge zwischen US-Bürgern und Personen, die sich im Ausland aufhalten, werden auf diese Weise überwacht. Online-Konversationen zwischen Nicht-US-Bürgern werden ebenfalls kontrolliert. Schon Anfang des Monats sind Informationen aufgetaucht, nach denen die NSA Kunden von US-Mobilfunkbetreibern nachspioniert.

Mehr zum Thema

  • Twitter fordert mehr Transparenz bei Anfragen
  • NSA soll chinesischen Mobilfunk gehackt haben
  • Tempora: So arbeitet der britische Datensauger
  • Auch britischer Geheimdienst spioniert im Netz