Linked Open Data
05/13/2011

Auf dem Weg zum europäischen Datenkatalog

Das von der EU unterstützte Forschungsprojekt "LOD2" sucht Wege zu einem EU-weiten Katalog offener Daten. In einer Umfrage wurden Anforderungen für die Entwicklung eines solchen Katalogs erhoben.

Linked Open Data (LOD) ist die zweite große Vision von Sir Tim Berners Lee, dem Begründer des WWW. Ein Web of Data dessen miteinander vernetzten Datenbestände die LOD Cloud bilden, ein bereits 22 Milliarden Fakten umfassender, wiederverwendbarer und vernetzter weltweiter Datenbestand.

Das durch die EU unterstützte Forschungsprojekt "LOD2 - Creating Knowledge out of Interlinked Data" beschäftigt sich mit der Bereitstellung und dem Ausbau der Linked Open Data  Prinzipien und Technologien sowie der LOD-Infrastruktur an sich. Denn werden Datenbestände einmal gemäß den Linked Open Data Prinzipien des W3C verfügbar gemacht, so wird die standardisierte Vernetzung verschiedenste Datenbestände untereinander möglich, um rasch und zielgerichtet für neuartige Anwendungen nutzbar zu sein.

Seit September 2010 arbeitet das Konsortium aus zehn Partnern - kommend aus sieben EU-Ländern - an dem auf vier Jahre angelegt Projekt. Die Forschungsergebnisse und Entwicklungen des LOD2 Projektes fokusieren besonders auf Linked Enterprise Data, Linked Data für Verlage und Medien sowie Open Government Data.

Grundstein für zentralen Open Data Katalog
Open Government Data nimmt dabei eine besondere Rolle ein, soll doch hier im Rahmen des Projektes LOD2 der Grundstein für einen zentralen Open Data Katalog für Europa enstehen. Dabei werden mittels Linked Open Data (LOD) die Datenbestände möglichst aller europäischen Datenkataloge durchsuchbar und vergleichbar gemacht - ein Single Point of Access für Open Data in Europa.  

Darüber hinaus werden die technologischen und wirtschaftlichen Rückwirkungen von Open Government Data die anderen beiden Anwendungsfälle untersucht. Für eine bessere Anforderungsanalyse der Entwicklungsarbeit im Bereich Linked Open Government Data wurde im Dezember 2010 die "LOD2 Open Government Data Stakeholder Survey" initiert. Ziel der Befragung war es, in den fünf Wochen Laufzeit der Befragung, vom 18. November bis zum 5. Dezember 2010, möglichst viel Input zum Thema Open Data in Europa und für einen EU-weiten Datenkatalog zu bekommen.

An der Befragung nahmen gesamt 340 Personen teil. Die Ergebnisse wurden im ersten Quartal 2011 ausgewertet und soeben als HTML und PDF veröffentlicht. Die Rohdaten stehen als CSV File sowie als Linked Open Data mit einer CC BY 3.0 Lizenz zur freien Wiederverwendung zur Verfügung. Die Detailergebnisse können unter http://survey.lod2.eu eingesehen und wiederverwendet werden.

Weg von HTML und PDF - hin zu RDF/XML und APIs
Im Hinblick auf die verwendeten  geforderten Datenformate wurde eine eindeutige Tendenz von derzeit vor allem HTML und PDF in Richtung RDF/XML und dem Angebot von APIs erhoben. Aber auch andere Formate wurden oftmals genannt und müssen daher berücksichtigt werden, wie beispielsweise JSON.

Rohdaten direkt vom Datenersteller
Im Hinblick auf die Datenqualität wurden besonders die Herkunft und Originalquelle der Daten, das Format der Daten und die Vollständigkeit der Metadaten als wichtig erachtet.Hinsichtlich der genannten Datenformate wird die Bereitstellung von Konvertierungsmechanismen als wichtig angesehen. Die Top Bereiche, die TeilnehmerInnen mit offenen Daten anwenden wollen sind: Forschung & Analyse, Visualisierungen und "einfaches Konsumieren" der Daten.

Ein Angebot an Basisdaten/Rohdaten, Informationen über die Versionen von Datensets sowie das Suchen, Erkunden, Gruppieren und Clustering von Datensetz werden als unbedingtes "Must Have" betrachtet. Gewünscht werden auch Crowd Sourcing Mechanismen, Benachrichtigungsdienste über (regionale) Daten, Analyse- und Visualisierungstools.

Linksammlung oder eigener Open Data Speicher
Hinsichtlich der Frage, ob ein EU-weiter Datenkatalog nur Metadaten speichern und in Folge auf die Originaldaten verlinken oder auch an sich Daten speichern und anbieten soll, konnte keine eindeutige Antwort gefunden werden. Ein Datenspeicherung sollte jedoch zumindest möglich sein, so die Ergebnisse. Auch Mechanismen, mit denen Datensätze an ihrer Originalquelle erkannt werden können, sollten vorhanden sein.

Interaktion, Dokumentation - OneStopShop
Neben den Daten selbst werden folgenden Informationen zu Open Data nachgefragt: White Papers und Best Practise, News über Open Government Data und Anwendungsbeispiele sowie Erfolgs-Stories zu Open Data. Weiters werden Support Mechanismen auf einem EU-weiten Open Data Katalog als besonders wichtig erachtet (Dokumentation, Handbücher etc.).

Die LOD2 Open Government Data Stakeholder Befragung soll Ende 2011 wiederholt werden, um die jeweils aktuellen Anforderungen an das recht junge Feld Open Government Data zu erheben.

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