Netzpolitik
08.11.2014

Bayrische Polizei testet Software zur Einbruchs-Vorhersage

Eine Software, die Muster im Verhalten professioneller Einbrecher erkennt, macht sich die Polizei in München und Nürnberg zunutze. Damit will sie den Einbrechern zuvorkommen.

Wegen der stetig steigenden Zahl der Wohnungseinbrüche testet die bayerische Polizei seit kurzem eine Software, die Einbrüche vorhersagen soll. Die Ermittler in Nürnberg und München machen sich dabei zunutze, dass viele professionelle Einbrecher innerhalb weniger Tage an einen Tatort zurückkommen. In die Datenbank der Prognosesoftware „Precobs“ wurden Daten von mehreren tausend Einbrüchen in den vergangenen sieben Jahren eingepflegt.

Der Probebetrieb soll sechs Monate dauern. Der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz, Thomas Petri, will sich die Software genau ansehen. „Wir werden uns die Systemdokumentation vorlegen lassen, das überprüfen und dann eine erste Einschätzung abgeben“, sagte Petri.

Bayern ist das erste deutsche Bundesland, das eine solche Software einsetzt. Auch in Zürich wurde das System erprobt. Hier gingen die Einbruchsfälle stadtweit um bis zu 30 Prozent zurück.

Pre-Crime auf dem Vormarsch

Auch in Österreich arbeitet die Polizei an so genannten Pre-Crime Vorhersagetechniken. In den USA haben die Behörden bereits seit Jahren derartige Big-Data-Analysemethoden im Einsatz.

Die Erfolge von Vorhersage-Computertechniken sollen jedenfalls verführerisch sein. Denn Dank des Technikeinsatzes, so behaupten Polizeibeamte in Memphis, seien schwere Straftaten bereits um 30 Prozent zurückgegangen. Gewalttaten sollen um 15 Prozent zurückgegangen sein, seitdem das Programm 2006 eingeführt wurde.