Deutschland
10/20/2011

Behörden wollen Trojaner selbst entwickeln

Deutsches Bundeskriminalamt bekommt Kompetenzzentrum für Spionagesoftware

In Deutschland will nach Kritik an dem von einer Privatfirma hergestellten Staatstrojaner der Bund seine Spionagesoftware künftig in eigener Regie entwickeln. Dafür wird ein Kompetenzzentrum beim Bundeskriminalamt (BKA) eingerichtet, wie Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) nach Beratungen mit seinen Kollegen aus den Ländern am Donnerstag in Berlin sagte.

Friedrich lud die Länder ein, sich an dem Kompetenzzentrum zu beteiligen. Am Mittwoch hatte BKA-Präsident Jörg Ziercke Berichten zufolge vor dem Bundestagsinnenausschuss eingeräumt, dass das BKA den Quellcode der eingesetzten Trojaner-Software nicht kenne. Erst anhand des Quellcodes lässt sich jedoch nachvollziehen, was eine Software wirklich kann und tut.

Vorwurf
Anfang vergangener Woche hatte der Chaos Computer Club (CCC) nach der

des von einer Privatfirma entwickelten Staatstrojaners den Vorwurf erhoben, die Spionagesoftware könne mehr, als nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zulässig sei.

Friedrich räumte ein, dass es einige Zeit in Anspruch nehmen werde, bis der Bund seine eigene Spionagesoftware herstellen kann. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU), bekundete seine Unterstützung für das Vorhaben.

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