Netzpolitik
31.07.2012

Birgitta Jónsdóttir gründet Piratenpartei in Island

Birgitta Jónsdóttir, ehemalige Wikileaks-Sprecherin und Aktivistin, gründet eine Piratenpartei in Island. Der Einzug ins Parlament ist ebenfalls geplant.

Für wen ist die Partei gedacht? "Für alle Leute, die krank von der traditionellen Parteipolitik sind", so Birgitta Jónsdóttir zu taz.de. Die Gründung der Partei ist noch in Arbeit, eine erste Programmerklärung wurde aber bereits erstellt.

Jónsdóttir hofft nach den Wahlen im April 2013 im isländischen Parlament vertreten zu sein. Die Aktivistin ist bereits Abgeordnete der politischen Bewegung „Hreyfingin" ("Die Bewegung"), die während der Proteste gegen die Verantwortlichen des isländischen Finanzcrashs entstanden ist. Da die Bewegung aber immer mehr auseinanderbrach und keine Einigung in Sicht war, schien nur mehr die Gründung einer Piratenpartei nach europäischem Vorbild eine Alternative.

Auf ihrer Webseite schreibt Jónsdóttir, sie sei alles andere als eine traditionelle Politikerin. Für sie sei Politik eine Frage der Intuition und nicht einer rechten oder linken Ideologie. Brigitta hat drei Kinder und setzte sich für das mittlerweile geltende Verbot von Stripteaseclubs in Island ein und behielt ihre Skepsis gegen eine EU-Mitgliedschaft von Island. Die Aktivistin kann zudem großes Engagement im „International Network of Parliamentarians on Tibet" vorweisen.

Ihren ersten Gedichtband veröffentlichte Jónsdóttir als 22-Jährige. Im Laufe der Jahre organisierte sie einen Protest für zahlreiche Kulturschaffende gegen den Irakkrieg (Kunst gegen Krieg) und protestierte gegen die Zerstörung der isländischen Natur durch einen Staudamm. Auf internationaler Ebene erlangte sie als Schriftstellerin und zeitweise Wikileaks-Sprecherin einen großen Bekanntheitsgrad. Unter anderem durch ihre Aktivitäten für die Informationsfreiheit und als treibende Kraft hinter der „Icelandic Modern Media Initiative". Diese Initiative will Island zu einem internationalen Freihafen für Informations- und Meinungsfreiheit machen.

Derzeit engagiert sich die Politikerin für den US-Soldaten Bradley Manning. Dieser wurde für den diesjährigen Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Jónsdóttir glaubt fest daran, dass jeder die Möglichkeit hat, die Welt zu verändern.

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