Netzpolitik
30.11.2012

Bradley Manning sagt erstmals vor Gericht aus

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning hat sich erstmals seit seiner Verhaftung öffentlich zu Wort gemeldet. Der Soldat äußerte sich am Donnerstag in einer Anhörung vor einem Militärgericht in Fort Meade (Maryland).

Der Soldat sprach über die Haftbedingungen nach seiner Festnahme im Mai 2010. Damals war er unter anderem im Camp Rifjan in Kuwait festgehalten worden. Seine Zelle charakterisierte er als „Käfig“ und gab ab an, sich nach einiger Zeit wie ein Tier gefühlt zu haben, wie NBC berichtet. „Es war ein Chaos, ich bin innerlich völlig zerfallen“, sagte er. Er habe auch Angstzustände gehabt und „mehr oder weniger aufgegeben“. Dem folgte ein Nervenzusammenbruch, sein Zustand besserte sich erst nach einigen Wochen Behandlung.

Der 24-Jährige hatte auch damals, als er im Militärgefängnis von Quantico (Virginia) einsaß, über Schikane geklagt. Seine Verteidigung argumentiert, dass die schlechte Behandlung dort Strafe genug gewesen sei und ein richtiger Militärprozess deshalb nicht stattfinden dürfe.

Dem Obergefreiten der US-Armee wird vorgeworfen, während seiner Stationierung im Irak die Internet-Plattform Wikileaks mit geheimen Dokumenten versorgt zu haben. Wikileaks hatte Informationen über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie unzählige vertrauliche Diplomatendepeschen via Internet öffentlich gemacht. Der Prozess ist derzeit für das kommende Jahr geplant.

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