Netzpolitik
27.01.2017

Brüssel erwägt automatische Bremssysteme für Autos

Die EU-Kommission überlegt, Rasen durch technische Maßnahmen zu verhindern. Allerdings wird mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz befürchtet.

Die EU-Kommission denkt über die Einführung automatischer Bremssysteme für Autos nach. Vollautomatische Systeme, die die Geschwindigkeit auch gegen den Willen des Fahrers senken, könnten die Zahl der Verkehrstoten um bis zu 37 Prozent senken, schreibt die Brüsseler Behörde in einem jüngst veröffentlichten Bericht zum Thema.

Systeme, die den Fahrer nur auf Geschwindigkeitsüberschreitungen hinweisen, aber das Tempo nicht verändern, könnten laut EU-Kommission die Zahl der Toten um rund 8 Prozent verringern. Denkbar wären auch Systeme, bei denen der Fahrer den automatischen Eingriff ein- und ausschalten kann.

Wenig Gegenliebe erwartet

Die Experten der Brüsseler Behörde sind sich indes bewusst, dass weitreichend automatisierte Bremssysteme bei Autofahrern nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen dürften. "Dies könnte zu deutlich weniger öffentlicher Unterstützung und schlechter Akzeptanz beim Nutzer führen", heißt es in einem Begleitpapier. Deshalb sei eine schrittweise Einführung zu prüfen.

Pläne in frühem Stadium

Die Autoren des Berichts schlagen vor, die Bremstechnologie im September 2020 für neue Fahrzeugtypen einzuführen, zwei Jahre später dann für Neuwagen generell. Der ADAC spricht sich laut "Autobild" aus "Gründen der Verhältnismäßigkeit" gegen die verpflichtende Einführung der Technik aus.

Die Pläne sind in einem frühen Stadium. Die EU-Kommission will eine ganze Reihe von Technologien zur Verbesserung der Verkehrssicherheit noch genauer prüfen und mit Interessenvertretern und Branchenverbänden diskutieren.