Netzpolitik 01.06.2014

Chile verbietet Gratis-Facebook am Handy

Die chilenische Regierung untersagt Mobilfunkbetreibern ab Sonntag, Social-Media-Dienste vom Datenlimit auszunehmen, weil solche Angebote gegen die Netzneutraliät verstoßen.

Gratiszugänge zu Social-Media-Diensten würden gegen Netzneutralitätsgesetze verstoßen und sollen künftig mit Strafzahlungen geahndet werden ,heißt es in einer Mitteilung der chilenischen Regierung .

In Südamerika verrechnen viele Mobilfunkanbieter keine Internet-Gebühren für die Nutzung von Facebook, Twitter und Co. oder nehmen die Dienste von Datenlimits aus. Sie wollen damit einerseits ihren Kunden das mobile Internet schmackhaft machen. Andererseits haben große Social-Media Anbieter, wie etwa Facebook, in vielen Ländern Verträge mit den Anbietern abgeschlossen, um von den Datenlimits ausgenommen zu werden.

„Tor zum Internet“

Die großen Anbieter wollen sich so als „Tor zum Internet“ etablieren und neue Kunden gewinnen. Zumindest in Chile ist damit mit dem heutigen Tag Schluss, da damit alle anderen Angebote benachteiligt werden. Von der Regelung wäre aber auch die Wikimedia Foundation betroffen, die im Rahmen ihres Wikipedia-Zero-Projekts gemeinsam mit lokalen Mobilfunkanbietern in Teilen Afrikas, Asiens und auch Südamerikas kostenlosen Zugang zur Online-Enzyklopädie bereitstellt.

Chile war das erste Land weltweit, das die Netzneutralität gesetzlich festgeschrieben hat. Die Regelung ist seit 2010 in Kraft und schreibt die Gleichbehandlung aller Daten und Dienste im Internet vor.

( futurezone ) Erstellt am 01.06.2014