Netzpolitik
31.07.2017

China: Apple entfernt VPN-Apps aus App Store

Apple hat Programme aus seinem chinesischen App-Store gelöscht, mit denen die strengen Internet-Sperren des Landes bisher umgangen werden konnte.

ExpressVPN, einer der Anbieter der sogenannten VPN-Tunnel, teilte in einer Stellungnahme mit, dass Apple die Software entfernt habe, weil sie gegen chinesische Gesetze verstoße. Auch die populäre Tunnel-App VyprVPN war am Sonntag nicht mehr in Apples China-Angebot verfügbar, genauso wie Star VPN, die sich auf Twitter dazu äußerten.

Der Zeitpunkt dürfte nicht zufällig gewählt sein: So findet im Herbst der Parteitag der Kommunistischen Partei statt, die Maßnahmen dürften bereits Vorbereitung der Behörden dafür sein.

Apple selbst wollte auf Anfrage von Engadget kein Kommentar zu dem Schritt abgeben. Das Unternehmen hatte bereits Anfang des Jahres Ärger auf sich gezogen, als es auf Wunsch Pekings die Nachrichten-App der New York Times aus seinem Angebot in China löschte. Für den iPhone-Konzern ist die Volksrepublik nach den USA der wichtigste Markt.

Schritte gegen VPN-Anbieter

Peking hatte zuletzt angekündigt, die Regulierung der VPN-Programme verschärfen zu wollen, die die einzige Möglichkeit sind, die Internetsperren des Landes zu umgehen.

Facebook und Twitter sind schon seit Jahren von der chinesischen Regierung gesperrt. Auch Google-Dienste oder die Videoplattform YouTube, viele internationale Medien oder Webseiten, die Pekings Politik kritisieren oder Menschenrechtsthemen ansprechen, werden blockiert. Zuletzt wurde auch die Nachrichten-App WhatsApp massiv gestört. Nutzer konnten zwar noch Textnachrichten senden, allerdings keine Fotos mehr

Chinas eigene soziale Netzwerke werden unterdessen streng von den Zensoren überwacht. Kritische Artikel werden gelöscht, viele Suchbegriffe sind gesperrt.