Netzpolitik
23.01.2017

China geht gegen VPN-Nutzung vor

China will schärfer gegen Internet-Dienste vorgehen, mit denen die Webblockade des Landes umgangen werden kann. Vorerst hauptsächlich Unternehmen im Visier.

Wie Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie auf seiner Website mitteilte, werde die Behörde in einer 14-monatigen Kampagne gegen Anbieter vorgehen, die so genannte Tunnelverbindung (Virtual Private Network - VPN) anbieten. Zigmillionen Internetnutzer und viele Unternehmen nutzen in China kommerzielle VPN-Tunnel, um die Sperren der Zensur zu umgehen. Nicht nur chinakritische Webseiten oder Nachrichtenportale sind in der Volksrepublik gesperrt, sondern auch soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, YouTube oder selbst die einfache Google-Suchmaschine.

Die Behörde scheint bei ihrer „Säuberung“ nun vor allem Unternehmen, die Tunneldienste nutzen, ins Visier nehmen zu wollen. Es sei verboten, eigene VPN-Tunnel oder gemietete Dienste für Geschäftszwecke im Ausland zu nutzen, wenn dafür keine Genehmigung vorliege, heißt in der Mitteilung der Ministeriums. Die „Große Firewall“ genannte Zensur stört VPN-Verbindungen phasenweise immer wieder massiv, worüber sich zahlreiche Internetnutzer in China beklagen.