Netzpolitik
10.10.2015

Chinas Behörden verhaften Hacker auf US-Geheiß

Die Regierung in Peking hat erstmals dem Druck der USA nachgegeben und Hacker verhaftet, die in den USA Firmen gehackt haben sollen, wie jetzt bekannt wurde.

Die Verhaftungen sollen bereits eine oder zwei Wochen vor dem Staatsbesuch von Chinas Präsidenten Xi Jinping in Washington vor einem Monat stattgefunden haben, wie die Washington Post berichtet. Chinesische Hackerangriffe waren eines der Hauotthemen bei den Gesprächen zwischen Xi und US-Präsident Obama. Die verhafteten Hacker waren von US-Behörden identifiziert worden, nachdem sie in die Systeme von US-Firmen eingedrungen waren, um Betriebsgeheimnisse zu stehlen. Solche Informationen werden von den Cyberkriminellen dann üblicherweise an staatliche Firmen in China weitergegeben.

Dass Chinas Behörden die Verhaftungen vorgenommen haben, zeigt, dass der Druck der USA in dieser Sache mittlerweile sehr groß ist. Die USA haben China stets vorgeworfen, zu wenig gegen Hacker zu tun und diese teilweise sogar zu unterstützen. Ob die verhafteten Hacker auch wirklich angeklagt werden, ist noch unklar. Ohne Prozess wäre das Eingreifen der Behörden wohl lediglich als Feigenblatt zu werten.