Netzpolitik
04.06.2014

Chinas Medien fordern harte Strafen für Google und Apple

Chinesische Staatsmedien haben harte Strafen für amerikanische Technologiekonzerne wegen Cyber-Spionage im Auftrag der US-Regierung gefordert.

Unternehmen wie Google, Apple, Yahoo, Microsoft und Facebook bedrohten die Sicherheit des Landes und seiner Internet-Nutzer, hieß es in einem Onlinedienst der Zeitung "People's Daily" am Mittwoch.

Ähnliche Äußerungen fanden sich auch auf der Titelseite der englischsprachigen Tageszeitung "China Daily". Unklar blieb, welche Informationen gestohlen worden sein sollen. Im Zuge der NSA-Abhöraffäre wurde US-Firmen in chinesischen Medien wiederholt Bespitzelung vorgeworfen. Auch beide Regierungen bezichtigen sich gegenseitig der Cyber-Spionage.

US-Firmen werden ersetzt

Chinesische Staatsfirmen haben in Folge des Abhörskandals damit begonnen, Dienste von US-Technologiefirmen wie IBM, Oracle und Cisco durch einheimische Anbieter zu ersetzen. Auch die Nutzung des neuen Betriebssystems "Windows 8" von Microsoft auf Computern der chinesischen Regierung wurde untersagt. Dies könnte Analysten zufolge US-Unternehmen mehrere Milliarden Dollar kosten. Google betonte unterdessen, dass die US-Regierung keinen Zugriff auf Google-Server habe.

Den Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden zufolge spähte die NSA auch Daten von Google und Apple aus. Bereits seit Anfang der Woche sind Google-Dienste in China blockiert. Dies wird mit dem 25. Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens an diesem Mittwoch in Zusammenhang gebracht, um Gedenken an die Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 in Peking zu unterbinden.