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Zensur
06/03/2012

Chinesischer Twitter-Klon bestraft Lügen

Sina Weibo, einer von Chinas populärsten Kurznachrichtendiensten, hat neue Regeln für die Teilnahme veröffentlicht. Die Anonymität der Nutzer soll dabei zurückgehen und das Verbreiten von "Unwahrheiten" soll bestraft werden.

Grundlage der neuen Regeln bei Sina Weibo ist ein Punktesystem. Neue Nutzer starten mit 80 Punkten. Wenn sie ihre staatliche Identifikations- und Handynummer angeben, erhalten sie 20 Zusatzpunkte. Dieses Punktekonto wird reduziert, wenn über den Account „Unwahrheiten" verbreitet werden. Wie viele Punkte abgezogen werden, hängt im Einzelfall von der Anzahl an Nutzern ab, die mit der Nachricht erreicht wurden.

Fällt das Punktekonto auf einen Wert unter 60, wird das Konto als wenig vertrauenswürdige gekennzeichnet. Sind alle Punkte aufgebraucht, soll das Konto gesperrt werden.

Kritik
"Das System bestraft die, die mit Codewörtern in ihren Nachrichten die Internetzensur umgehen wollen"; berichtet "Voice of America", ein Radiosender und Blog für die tibetische Community. Laut dem Blog verfügt Sina Weibo über ein großes "Gerüchte-Kontrollteam" und hat vor kurzem angegeben, enger mit den staatlichen Zensurbehörden zusammenarbeiten zu wollen, um Online-Gerüchte zu verhindern.

Im März hat die chinesische Regierung verlangt, dass sich Sina-Weibo-Nutzer mit ihrem richtigen Namen neu registrieren sollen. Die Nutzer des Kurznachrichtendienstes kommen dieser Forderung allerdings nur sehr langsam nach.

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