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Netzpolitik
03/08/2014

Computer in Ukraine von aggressivem Virus befallen

Laut dem britischen Rüstungskonzern BAE System werden Computersysteme in der Ukraine von einem besonders aggressiven Virus angegriffen. Dahinter wird Russland vermutet.

Computersysteme in der Ukraine werden laut britischen Experten seit geraumer Zeit von einem besonders aggressiven Virus heimgesucht, der von seiner Komplexität her an Stuxnet erinnert. Der erste Befall sei bereits im Jahr 2013 registriert worden, teilte das britische Unternehmen BAE Systems mit. Das Virus erlaubt es demnach denjenigen, die es kontrollieren, umfassend auf Rechner zuzugreifen.

Der Virus wird als Ouroboros, Turla oder Snake bezeichnet. Laut BAE Systems handelt es sich dabei um eine der „anspruchsvollsten und beharrlichsten Bedrohungen“, die Experten geläufig seien. Das Virus ist den Angaben zufolge bereits seit Jahren bekannt. Es sei aber weiterentwickelt worden und seit dem vergangenen Jahr, vor allem aber seit Jahresbeginn vermehrt in Umlauf gebracht worden.

Laut BAE Systems ist ein vorrangiges Ziel die Ukraine. Demnach tauchte das Virus seit Jahresbeginn 14 Mal in der Ukraine auf. Verglichen mit weltweit acht Snake-Fällen im gesamten Jahr 2013 ist das besonders häufig.

Hinter Snake wird Russland vermutet

Es scheint als würden die Entwickler des Virus in der Zeitzone operieren in der auch Moskau liegt. Außerdem sind einige Teile des Codes auf Russisch geschrieben, so BAE. Es gibt also Hinweise, dass Snake aus Russland gesteuert wird.

Diesen Verdacht nährt auch eine Aussage von Nigel Inkster, ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes. Wenn man sich die Wahrscheinlichkeiten ansehe, deute alles auf einen Verdächtigen hin, so Inkster gegenüber der Financial Times. “Obwohl sich Russland bisher sehr bedeckt hielt, gibt es meiner Meinung nach keine Zweifel daran, dass sie alle Arten von Cyber Attacken durchführen können – von ‘Denial Of Service’ (DoS) bis hin zu sehr, sehr komplexen Attacken.”