Zur mobilen Ansicht wechseln »

Sicherheit Cyber-Attacke auf den IWF.

Foto: Fotolia
Der Internationale Währungsfonds (IWF) wurde Opfer eines "gezielten Angriffes". Laut Sicherheitsexperten wurde der Schadcode, der ins Unternehmen eingeschleust wurde, extra für diesen Zweck geschrieben. Hinter dem Angriff soll ein ganzer Staat stecken, doch das wird laut Experten kaum zu beweisen sein.

Cyber-Angriffe häufen sich in letzter Zeit. Dieses Mal betroffen: Der International Monetary Fund (IMF), auf deutsch auch Internationaler Währungsfonds (IWF) genannt. Das Unternehmen ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und vertritt 187 Mitgliedsstaaten.

Der Sicherheitsexperte Tom Kellermann, der sowohl im Hauptgebäude des IWF als auch für die Schwestern-Institution World Bank gearbeitet hat, sagte, dass es das Ziel der Angreifer war Spionage. Sie haben im Hintergrund eine Software installiert, um  detaillierte Informationen zu gewinnen sowie eine digitale "Insider-Anwesenheit" im System zu erlangen.

Im Auftrag eines Staates
Damit wäre es zum Beispiel möglich, nicht-öffentliche ökonomische Daten, auf die der IWF Zugriff hat, zu verwenden, um etwa die Stabilität einzelner Länder zu beeinflussen. Jeff Moss vom Department of Homeland Security sagte zudem, dass die Attacke für einen bestimmten Staat durchgeführt worden sei, der sich dadurch über die Hauptstrategie des IMF informieren und diese für seine Zwecke nutzen wollte. Dies werde aber schwierig sein zu beweisen, heißt es weiters.

„Es war ein gezielter Angriff“, so Kellermann. Der Code, der verwendet wurde, sei gezielt für die Attacke auf den IWF entwickelt worden. Der IWF-Sprecher David Hawley sagte am Samstag, dass der Fund „voll funktioniere“, trotz Attacke. „Ich kann aber bestätigen, dass wir den Vorfall untersuchen.“ Das U.S. Federal Bureau of Investigation hilft dabei, den Angriff zu untersuchen, sagte eine Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums.

Bereits vor dem 14. Mai
Ein Sprecher der World Bank hat unterdessen gesagt, dass die Bank ihre Netzwerkverbindung mit dem IWF vorsorglich abgedreht hat. Die Attacke soll laut Bloomberg bereits vor dem 14. Mai, dem Tag als der geschäftsführende Direktor Dominique Strauss-Kahn verhaftet wurde, stattgefunden haben, aber erst letzten Mittwoch bekannt geworden sein. An diesem Tag wurden Mitarbeiter vor „verdächtigen File-Transfers“ gewarnt. Laut einem Bericht der "New York Times" sei der IWF in den vergangenen Monaten wiederholt von Hackern attackiert worden.

Der IWF ist eine Art "globale Finanzfeuerwehr" und unterstützt hochverschuldete Staaten mit Krediten, wobei das Empfängerland im Gegenzug meist unpopuläre Reformen umsetzen muss. Die Mitarbeiter des IWF erhalten dabei in der Regel Zugang zu sensiblen Wirtschaftsdaten des jeweiligen Landes.

Der IMF reiht sich damit in eine immer länger werdende Liste von Institutionen ein, die in letzter Zeit Opfer von Cyber-Attacken geworden sind. Neben den Rüstungsunternehmen Lockheed Martin gab es auch Attacken auf Sony, Google, Nintendo und die Citigroup.

Mehr zum Thema

(futurezone, reuters) Erstellt am 12.06.2011, 09:45

Kommentare ()

Einen neuen Kommentar hinzufügen

( Abmelden )

Dein Kommentar

Antworten folgen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?