NATO
11/11/2010

Cyberkrieg: Deutschland gegen Militärschläge

"Google bombardieren kann keine Alternative sein." Mit diesen Worten hat der deutsche Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin heute vor Militärschlägen bei Cyberangriffen gewarnt. Auch Außenminister Westerwelle lehnt Nato-Angriffe ab.

In der Debatte über das neue strategische Konzept der Nato, das das Militärbündnis kommende Woche bei einem Gipfeltreffen in Lissabon beschließen will, haben sich deutsche Politiker eindeutig gegen Militärschläge als Antwort auf Cyberangriffe ausgesprochen.

"Wollen Sie Google bombardieren? Das kann doch nicht ernsthaft eine Alternative sein", gab Trittin im heutigen Bundestag zu Protokoll. Trittin warnte davor, die Schwelle für einen Militärschlag der Nato zu senken, zumal Cyberangriffe eine Gefahr seien, gegen die die Nato mit militärischen Instrumenten nichts ausrichten könne.

Westerwelle dagegen

Auch Außenminister Guido Westerwelle warnte vor militärischen Interventionen. Man kenne die neuen Herausforderungen von Computerattacken, wisse aber auch, dass es andere Antworten als die Ausrufung des Bündesfalls nach Artikel fünf des Nato-Vertrags gebe", sagte Westerwelle in seiner heutigen Rede im Bundestag.

In der aktuellen Nato-Sicherheitsdiskussion geht es unter anderem darum, ob eine Attacke aus dem Internet oder auf die Energieversorgung eine militärische Reaktion auslösen darf. Bisher war ein bewaffneter Angriff auf ein Nato-Mitglied die Voraussetzung für einen derartigen Gegenschlag.

Estland lässt Alarmglocken schrillen

Prominentestes Beispiel für einen Cyberangriff auf ein Land ist Estland, das sich im Jahr 2007 einer groß angelegten Attacke gegenübersah. Bis heute sind die genauen Hintergründe auf die Netzinfrastruktur des Landes ungeklärt.

Während estnische Tageszeitungen und so mancher Politiker russische Kreise für den wochenlang andauernden Angriff auf estnische Server verantwortlich machten, hütete sich die Nato mit einer eindeutigen Schuldzuweisung. Dem Cyberangriff vorangegangen war die umstrittene Verlegung eines russischen Kriegerdenkmals aus der Hauptstadt Tallin.

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(futurezone/Reuters)

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