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Mobiles Internet
12/07/2010

Datentarife: Richtige Netzwahl entscheidend

Österreich zählt seit Jahren zu den billigsten Mobilfunk-Ländern der Welt. Nach den iPhone- und Tablet-Tarifen widmet sich die FUTUREZONE heute der Tariflandschaft beim mobilen Internet. Die Preise sind schnell durchschaut und bewegen sich alle im Rahmen. Über den Verwendungszweck und vor allem das vor Ort verfügbare Netz sollte man sich bei Vertragsabschluss aber im Klaren sein.

von Martin Stepanek

Der Einstieg in die mobile Datenwelt gestaltet sich in Österreich als günstig. Für neun bis zwölf Euro monatlich bekommt man bei allen Anbietern schon Pakete mit fünf bis neun Gigabyte Datenvolumen. Vielsurfer müssen mit 15 bis 19 Euro rechnen. Und Drei hat um 24,90 auch eine echte mobile Flatrate im Programm.


Schneller Datenstick gefragt
Vor Abschluss eines Vertrags muss man sich jedoch genau überlegen, ob das mobile Internet vorwiegend zuhause oder unterwegs genutzt wird, welche Geräte zum Einsatz kommen und ob das gewählte Netz am hauptsächlichen Verwendungsort eine schnelle Verbindung bieten kann.

Um schnelles Internet nutzen zu können und für die Zukunft gerüstet zu sein, sollte darüber hinaus zumindest ein HSPA-fähiger Datenstick mit 7,2 Mbit/s Download erworben werden. Neueste Sticks mit HSPA+ unterstützen sogar Geschwindigkeiten bis 21 Mbit/s. Immer zu bedenken gilt allerdings, dass die Angaben theoretische Maximalwerte sind. Auch bei stabilen 3G-Verbindungen ist eine Geschwindigkeit von über 1 Mbit/s eher selten.

3G-Netz essenziell
Wenn das Netz vor allem zuhause genutzt werden soll, empfiehlt sich mit einem 3G-fähigen Smartphone oder Handy zu kontrollieren, ob eine stabile 3G bzw. HSPA-Netzverbindung zum vorgesehenen Betreiber besteht. Vielleicht findet sich unter Freunden und Bekannten auch jemand, der einen Datenstick zum Testen herborgt. Sowohl für den eigenen PC, Notebook als auch für Smartphones empfehlen sich Testtools wie etwa Speedtest.net, die rasch einen Anhaltspunkt über die Verbindungsgeschwindigkeit geben können. Die Mobilfunker selbst stellen zudem auch interaktive Karten mit ihrer aktuellen Netzabdeckung zur Verfügung.

Völlig sicher kann man sich damit zwar auch nicht sein, da durch die Überbelegung von Funkzellen immer wieder Engpässe auftauchen, die zu Spitzenzeiten das Netz verlangsamen. Eine vorhandene UMTS- (3G) oder HSDPA-Verbindung ist allerdings essenziell, um auch bei intensiver Internetnutzung nicht vor dem Bildschirm zu verzweifeln. Um die Datenverbindung flexibel mit mehreren Geräten nutzen zu können, empfiehlt sich zudem ein mobiles WLAN-Modem, ein SIM-Karten-fähiger Router oder eine Partner-SIM-Lösung, wie sie etwa Drei anbietet.

A1

Mit zwölf Euro für fünf Gigabyte monatlich liegt A1 beim Einstiegspaket im Rahmen. Das Netz gilt als zuverlässig, Versuche mit LTE und HSPA+ deuten zudem darauf hin, dass A1 es mit dem schnellem mobilen Internet der Zukunft Ernst nimmt. Vielsurfer sollten beim kleineren Tarif aber Vorsicht walten lassen. Denn bei 0,25 Euro pro Megabyte (25 Euro/100 MB) kommt ein Überschreiten der vorgesehenen Datenmenge teuer. Eine Flatrate sucht man ebenfalls vergeblich. Zwar gibt es eine Kombilösung um 25 Euro, die eine DSL-Leitung plus mobilem Internet garantiert. Nach dem Verbrauch von 500 Megabyte Daten über die mobile Leitung wird die Download-Geschwindigkeit derselben auf bescheidene 192 kbit/s gedrosselt. Für Vielsurfer, die hauptsächlich per Standleitung zuhause surfen wollen, ist diese Variante aber eine interessante Möglichkeit.

Drei
Drei hat von Anfang an viel in sein UMTS-Netz investiert und kann folglich ebenfalls mit einer guten 3G-Abdeckung punkten. Neben einer Flatrate um 24,90 pro Monat besitzt das Drei-Netz für Reisende den Vorteil, dass das Netz kostenfrei in Italien, Großbritannien, Irland, Schweden, Dänemark sowie Australien genutzt werden kann. Die Strafgebühr für zusätzliche Megabyte ist bei Drei im Vergleich zu A1 geringer, fällt mit 10 Cent pro MB aber immer noch hoch genug aus (10 Euro für 100 MB). Praktisch: Wer zwei mobile Geräte mit einem Tarif versorgen will, hat bei Drei die Möglichkeit für wenige Euro Aufpreis eine Partner-SIM dazu zu nehmen. Diese Variante ist günstig, wenn neben dem Notebook oder Stand-PC auch noch ein Netbook oder Tablet versorgt werden will. Bis zu drei Gigabyte können auf der Partnerkarte mitgenutzt werden.

Orange

Orange arbeitet laut CEO Krammer derzeit am netzweiten Roll-out von 42 Mbit/s. Preislich liegt man im Rahmen der Konkurrenz, beim Vielsurfertarif setzt Orange mit monatlich 15 Gigabyte auf ein kleineres Datenpaket, das aber auch ein paar Euro billiger kommt. Auch Orange verzichtet beim 5-GB-Einsteigertarif nicht auf die obligatorische Strafsteuer: 10 Cent pro Megabyte (10 Euro für 100 MB). Eine Flatrate gibt es keine. Die praktische Smart-SIM-Lösung, die den Verbrauch von Datenmengen über mehrere Geräte hinweg ermöglicht, ist für die mobilen Datentarife "aus technischen Gründen" leider nicht verfügbar. Wer jedoch bei seinem Smartphone-Tarif schon ein großes Datenpaket inkludiert hat, kann dieses gegen einen Aufpreis von zwei bis fünf Euro aber auch über einen Datenstick fürs Notebook oder im Tablet mitnutzen.

T-Mobile
Auch T-Mobile zeigt mittels ersten LTE-Experimenten im Raum Innsbruck, dass es gewillt ist, in ein schnelles Datennetz zu investieren. Preislich liegen die T-Mobile-Angebote mit zehn Euro für fünf Gigabyte und 15 Euro für 15 Gigabyte im Monat in der Bandbreite der anderen großen Anbieter. Wie A1 verzichtet auch T-Mobile auf eine Flatrate und stellt teure 0,25 Euro für zusätzlich verbrauchte Megabytes in Rechnung. Lobenwert ist das gute Angebot an modernen Datensticks sowie einem mobilen und fixen WLAN-Router, der die simultane Nutzung eines Datentarifs mit mehreren Geräten erlaubt.


Telering
T-Mobile-Tochter Telering bietet neben seinem 1-GB-Tarif um vier Euro auch ein 9-GB-Paket um neun Euro an. Nicht ganz so billig wie das Angebot sind die Kosten bei Überschreitung des inkludierten Datenpakets. Während beim 1-Gigaybyte-Tarif mit 0,004 Euro/MB (40 Cent/100 MB) fair abgerechnet wird, fallen beim größeren Paket satte 25 Cent pro MB an (25 Euro pro 100 MB). Ein schwacher Trost ist dabei die Nonstop-Erweiterung um drei Euro zusätzlich. Diese verhindert zwar exorbitante Kosten beim Überschreiten der neun Gigabyte, schraubt aber das Download-Vergnügen auf langsame 128 Kbit/s.

bob
Mit 8,80 Euro für 9 Gigabyte pro Monat ist bob das günstigste Angebot, für jedes weitere angefangene Gigabyte werden vier Euro zusätzlich verrechnet. Gebühren fallen außerdem für den Datenstick an, der zudem mit maximal 3,6 Mbit/s Download-Kapazität nicht zu den schnellsten Modellen am Markt gehört. Darüber hinaus löst Mutterkonzern A1 Telekom die etwas seltsame Optik mit dem attraktiven Billig-Angebot aus dem eigenen Hause so, dass im Vergleich zu den A1-Verträgen die Download-Geschwindigkeit mit vier Mbit/s begrenzt ist. Ob die theoretischen Geschwindigkeitsobergrenzen in der Praxis derzeit eine spürbar Rolle spielen sei dahingestellt.

Wertkarten als Alternative
Neben den Discounter-Verträgen von bob, yesss und Telering mit einem Gigabyte Daten pro Monat, haben sämtliche Anbieter auch Einsteiger-Pakete auf Wertkartenbasis im Programm. Wer nur gelegentlich mit seinem Notebook, Netbook oder Tablet surft, sollte sich die meist zwölf Monate lang gültigen Pakete näher ansehen. Nach Erwerb der Grundausstattung mit inkludiertem Datenstick und Datenmenge fallen hier meist Kosten von ca. 20 Euro pro weiterem Gigabyte an. Diese Datenmenge ist dann allerdings bis zu einem Jahr lang gültig.

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(Martin Stepanek)

Tarifübersicht
A1
5 GB - 12 Euro*
19 GB - 19 Euro*
*jedes weitere MB - 0,25 Euro

Drei
6 GB - 9 Euro*
19 GB - 15 Euro*
Flat - 24,90 Euro
*jedes weitere MB - 0,10 Euro

Orange
6 GB - 10 Euro*
15 GB - 15 Euro
*jedes weitere MB - 0,10 Euro

T-Mobile
5 GB - 10 Euro*
15 GB - 15 Euro*
*jedes weitere MB - 0,25 Euro

Telering
9 GB - 9 Euro*
*jedes weitere MB - 0,25 Euro

bob
9 GB - 8,80 Euro*
*jedes weitere angefangene GB - 4 Euro

[[535:side/Ein WLAN-Modem erlaubt die Nutzung eines Datenpakets über mehrere Geräte gleichzeitig - nur eine Daten-SIM-Karte ist notwendig]]

[[536:side/Auch stationäre WLAN-Router können mittlerweile SIM-Karten-tauglich sein]]

Tarifübersicht
A1
5 GB - 12 Euro*
19 GB - 19 Euro*
*jedes weitere MB - 0,25 Euro

Drei
6 GB - 9 Euro*
19 GB - 15 Euro*
Flat - 24,90 Euro
*jedes weitere MB - 0,10 Euro

Orange
6 GB - 10 Euro*
15 GB - 15 Euro
*jedes weitere MB - 0,10 Euro

T-Mobile
5 GB - 10 Euro*
15 GB - 15 Euro*
*jedes weitere MB - 0,25 Euro

Telering
9 GB - 9 Euro*
*jedes weitere MB - 0,25 Euro

bob
9 GB - 8,80 Euro*
*jedes weitere angefangene GB - 4 Euro