Netzpolitik 01.09.2017

Deutsche Behörde befürchtet Angriff auf Wahlsysteme

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Laut des Amts für Sicherheit in der Informationstechnik könnten Täter erst versuchen die Wahlsysteme anzugreifen, um danach Zweifel zu säen, ob das Wahlergebnis korrekt ist.

Gut drei Wochen vor der deutschen Bundestagswahl fürchten die deutschen Sicherheitsbehörden verstärkte Angriffe auf die Wahlsysteme.

Neben Hackerangriffen auf sensible Daten von Kandidaten und Parteien sei die größte Gefahr, dass "Täter versuchen könnten, IT-Systeme anzugreifen, die für die Wahl verwendet werden", sagte der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, dem Nachrichtenmagazin Spiegel. Er äußerte insbesondere die Befürchtung, dass Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Wahlergebnisses gesät werden - ähnlich wie es bei der US-Präsidentenwahl durch Forderungen nach Nachauszählungen geschehen ist.

Gut geschützt

Schönbohm zufolge ist Deutschland zwar geschützt, weil für die Abstimmung Papierbögen verwendet werden. Aber "auch nach der Bundestagswahl können Täter versuchen, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Wahl zu beeinträchtigen, indem sie falsche Behauptungen über angebliche Unregelmäßigkeiten streuen", sagte er.

Nach Schönbohms Worten kann nicht ausgeschlossen werden, dass die beim Hackerangriff auf den Deutschen Bundestag 2015 gestohlenen Daten im Vorfeld der Bundestagswahl veröffentlicht werden oder dass es weitere Angriffe auf Institutionen oder Parteien gibt.

( Agenturen ) Erstellt am 01.09.2017