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© dpa/Henning Kaiser

Netzpolitik
06/08/2017

Grüne wollen Onlinehandel am Sonntag einschränken

Der Landesverband der Grünen in Niedersachsen lässt mit der Forderung aufhorchen, dass im Online-Handel und in Call-Centern am Sonntag nicht gearbeitet werden sollte.

Wer am Sonntag online bestellt, dürfe sich nicht erwarten, dass diese Bestellung vor Montag bearbeitet wird. Mit diesem Vorstoß im eigenen Landtagswahlprogramm wollen die Grünen in Niedersachen bei Wählern punkten. Dass die Grünen den Onlinehandel per se am Sonntag unterbinden wollten, stellten diese im Laufe des Donnerstags in Abrede. Es gehe darum, den Sonntag für Arbeitnehmer zu verteidigen. Mitarbeiter müssten nicht das ganze Wochenende bereitstehen, um Bestellungen sofort abzuarbeiten, wird Grünen-Landeschef Stefan Körner zitiert.

Schutz für den Einzelhandel

Neben dem Arbeitnehmerschutz argumentieren die Grünen in Niedersachsen auch mit gleichen Wettbewerbsbedingungen zwischen Einzel- und Online-Handel, die durch gesetzliche Vorschriften erreicht würden. Der deutsche Gewerkschaftsverband Verdi begrüßte laut Golem den Vorstoß der Grünen und kritisierte Medienberichte, wonach es den Grünen um das Verhindern von Online-Bestellungen ging: "Es geht um den Schutz der Sonntagsruhe und um den Schutz der Beschäftigten." Wer am Sonntag eine Pizza bestelle, werde wohl auch in Zukunft nicht bis Montag auf die Auslieferung warten müssen.

Darüber hinaus verwies Verdi darauf, dass man den Versuch Amazons, auch an deutschen Standorten Sonntagsarbeit einzuführen, im Jahr 2015 erfolgreich abwehren konnte. Der Online-Händler dürfte das sonntägliche Abarbeiten von Bestellungen folglich von anderen Standorten in Ländern mit weniger restriktiven Arbeitsgesetzen durchführen.