Netzpolitik
26.06.2014

Deutschland baut nach NSA-Affäre Kommunikationsnetz um

Als Konsequenz aus der NSA-Abhöraffäre will Deutschland die Telefon- und Internetkommunikation neu strukturieren. Die Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Verizon wird beendet.

Als Konsequenz aus der NSA-Abhöraffäre will der deutsche Staat seine Telefon- und Internetkommunikation umbauen und beendet die Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Verizon. Der Vertrag mit dem amerikanischen Provider werde beendet, teilte ein Sprecher des deutschen Innenministeriums am Donnerstag in Berlin mit.

Verizon hat den Angaben zufolge bisher die Aufgabe, für Teile der Verwaltung verschiedene Standorte miteinander zu vernetzen. Für andere, sensiblere Bereich bestehe schon jetzt ein Vertrag mit der Deutschen Telekom. Dieser umfasse etwa die Internet- und Telefonkommunikation zwischen den Bundesministerien und von Sicherheitsbehörden. Wunsch des Innenministeriums sei es, auch für den übrigen Teil des Netzes künftig mit der Telekom zu kooperieren, sagte der Sprecher.

Interne Prüfungen

Hintergrund des Anbieterwechsels seien interne Prüfungen, erläuterte der Sprecher. Diese hätten ergeben, dass die Anforderungen an die Netzsicherheit nicht in ausreichender Weise erfüllt seien. Es sei unklar, inwieweit Verizon intern verpflichtet sei, Daten an den US-Geheimdienst NSA weiterzugeben.

"Die im Zuge der NSA-Affäre aufgezeigten Beziehungen von fremden Nachrichtendiensten und Firmen haben gezeigt, dass für die sicherheitskritische Kommunikationsinfrastruktur der Bundesregierung besonders hohe Anforderungen zu stellen sind", erklärte das Innenministerium. Die drei Netze des Bundes sollten allmählich zusammengeführt werden.

Nach den Enthüllungen des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden wird Verizon von US-Behörden zu einer umfassenden Information über Verbindungsdaten von Kunden gezwungen.