Netzpolitik 05.07.2016

Drei Männer wegen Waffenhandel im Darknet angeklagt

Die Männer sollen deaktivierte Sturmgewehre zu scharfen Waffen umgebaut haben (Symbolbild) © Bild: REUTERS/ARBEN CELI

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wirft drei Männern vor, Schreckschusspistolen und Deko-Sturmgewehre zu scharfen Waffen umgebaut und im Darknet verkauft zu haben.

Wegen illegalen Waffenhandels im Internet hat die Stuttgarter Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei Männer erhoben. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Den Männern wird vorgeworfen, vier Schreckschusspistolen und vier Sturmgewehre in Bauweise des AK47 aus chinesischer und jugoslawischer Produktion zu scharfen Waffen umgebaut oder dabei geholfen zu haben. Zusammen mit der Munition sei die Ware anonym im sogenannten Darknet für mehrere 10.000 Euro verkauft worden.

Die Waffen sollen möglicherweise auch an eine Adresse in Paris verschickt worden sein. Nach Erkenntnissen der Ermittler stehen die Angeklagten sowie die von ihnen verkauften Waffen aber in keiner Verbindung zu den jüngsten Terroranschlägen in Frankreich. Zwei Beschuldigte im Alter von 28 und 24 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Ein dritter mutmaßlicher Komplize ist auf freiem Fuß.

Vor dem Landgericht Heidelberg läuft seit rund drei Wochen auch ein Verfahren gegen einen 32-Jährigen wegen illegalen Waffenhandels im Darknet. Dort können sich Internetnutzer fast unerkannt bewegen. Der nur über Anonymisierungsdienste erreichbare Bereich des Internets wird oft von Kriminellen genutzt.

( Agenturen ) Erstellt am 05.07.2016