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Netzpolitik
04/04/2016

Drosseln am Smartphone hat für Netflix keine Folgen

Die US-Regulierungsbehörde FCC sieht keinen Grund gegen Netflix wegen der Drosselung seiner Streams für US-Mobilfunkkunden vorzugehen.

Damit das monatliche Datenvolumen nicht überschritten wird, drosselte Netflix für Kunden der US-Mobilfunker AT&T und Verizon die Datenraten seiner Streams. Netflix-Kritiker, darunter Lobbygruppen von US-Kabelanbietern, forderten deshalb die US-Regulierungsbehörde FCC auf, Untersuchungen gegen den Streaming-Anbieter wegen der Verletzung der Netzneutralität einzuleiten, berichtete Ars Technica. Sie warfen Netflix, dass sich wohl auch aus Eigeninteresse für die Netzneutralität stark macht, in diesem Zusammenhang auch Heuchelei vor.

"Zero Rating" im Visier der FCC

FCC-Vorsitzender Tom Wheeler erteilte den Forderungen eine Absage. Inhalteanbieter würden von der FCC nicht reguliert, sagte Wheeler. Die FCC untersucht derzeit allerdings die sogenannten „Zero Rating“-Angebote der Telekomanbieter Comcast, AT&T und T-Mobile. Dabei wird der Datenverbrauch bestimmter Dienste nicht vom gebuchten Datenvolumen abgezogen. In Österreich macht dies etwa der Mobilfunkanbieter Drei, bei seinem gemeinsam mit Spotify angebotenen Musiktarif.

Die Deutsche Telekom stellte mit April, aufgrund neuer EU-Regeln zur Netzneutralität, eine solche Bevorzugung von Diensten ein. Bei Drei befindet man sich noch in Gesprächen mit der heimischen Regulierungsbehörde über die Auslegung des EU-Regelwerks, wie es gegenüber der futurezone hieß. Falls die Umsetzung Änderungen bei Diensten notwendig mache, werde man reagieren.